{"id":12397,"date":"2012-03-03T07:58:58","date_gmt":"2012-03-03T06:58:58","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=12397"},"modified":"2012-03-03T07:58:58","modified_gmt":"2012-03-03T06:58:58","slug":"auf-romansuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12397","title":{"rendered":"Auf Romansuche"},"content":{"rendered":"<p>Am Donnerstag habe ich es trotz einiger Stunden und einer Diagnostik geschafft, meine Abrechnung zu machen, bei der, die elektronisch passiert, war das nicht ganz einfach, denn als ich so weit war, da\u00df ich nur mehr die Unterschrift eincoden mu\u00dfte, war ich pl\u00f6tzlich offline und mu\u00dfte auf den Alfred warten. Das tat ich dann in der Badewanne beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/02\/wer-einmal-aus-dem-blechnapf-frist\/\">Hans Fallada<\/a> und schrieb am Freitag nach meiner einzigen Stunde die Rezension und dachte, was mache ich jetzt? Wollte ich den Freitag ja  zur Spurensuche verwenden, um meinen neuen Roman zu finden und mich daf\u00fcr einen Tag in die Stra\u00dfen- und U-Bahn setzen oder durch die Stadt marschieren.<br \/>\nWenn man ein bi\u00dfchen krank ist, ist das vielleicht nicht anzuraten und au\u00dferdem wei\u00df ich  schon wieder, \u00fcber was ich schreiben will.<br \/>\nJa, Kritiker, das passiert sehr schnell bei mir. Da war zuerst der Name Paula Nebel, der mich faszinierte, denn ich liebe  klingende Namen, wenn die, in der Literatur angeblich nicht mehr erlaubt sind, ist mir das egal und die Idee, etwas \u00fcber die Krise zu schreiben. Denn wenn man mehrmals t\u00e4glich in den Nachrichten von den Sparpaketen h\u00f6rt, die den L\u00e4nder, wie Griechenland, Spanien, Portugal, etc immer gr\u00f6\u00dfere Pensionsreduktionen, Gehaltsverluste, Erh\u00f6hung der Mehrwertssteuer, u.s.w.u.s.f.,  aufzwingen bzw. von der EU dazu gezwungen werden, die das von den Ratingagenturen werden, die mit ihren Triple A und B Verlusten drohen und dann noch h\u00f6rt, da\u00df der Herr Ex-Finanzminister angeblich oder wirklich neunhundert Euro Steuer im Jahr zahlt, mu\u00df man dar\u00fcber schreiben, nur wie tut man das am besten?<br \/>\nAch ja, das ist die Protagonistin mit dem so sch\u00f6nen Namen und die ist beispielsweise neunzig Jahre alt, angeblich oder tats\u00e4chlich dement und lebt so vor sich hin, wie das neunzigj\u00e4hrige Frauen, die alleine leben, vielleicht so tuen. Sie macht ihren Haushalt, wie sie es kann, geht zum Penny einkaufen, h\u00f6rt Radio und liest ihre B\u00fccher, die sich im Laufe ihres Lebens so angesammelt haben. Ich wei\u00df, das hatte ich <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_radiosonate.html\">schon einmal<\/a>, da war die Protagonistin aber j\u00fcnger und um die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_hunger.html\">Krise<\/a> ist es dabei auch nicht so gegangen. Sie lebt auch ihr Leben noch einmal oder wird, weil sie vielleicht schon schlecht h\u00f6rt oder sieht und keine Bezugspersonen mehr hat, auf sich zur\u00fcckgeworfen.<br \/>\nBeim U-Bahnfahren, zu dem ich mich dann doch entschlo\u00dfen habe, ist mir noch eingefallen, da\u00df die Heldin Psychotherapeutin gewesen sein k\u00f6nnte. Auch nicht sehr originell, ich wei\u00df. Sie mu\u00df aber nicht unbedingt VT betrieben haben, gibt es ja noch gen\u00fcgend andere Schulen und so k\u00f6nnte es sein, da\u00df sie, das, was sie erlebte auch ein bi\u00dfchen durcheinanderbringt und nicht mehr so genau wei\u00df, ob sie das jetzt selbst erlebte oder es die Erlebnisse ihrer Klienten sind. Jedenfalls hat sie als dreizehnj\u00e4hriges M\u00e4dchen einige Tage allein bei ihrer toten Gro\u00dfmutter zugebracht, bis endlich jemand kam und ihr die Verantwortung abnahm, was zu einer Schulphobie f\u00fchrte. Dann gab es ein Kind mit zwanzig und Drohungen vom Jugendamt, es ihr wegzunehmen, weil die Fingern\u00e4gel nicht geschnitten waren und der Wortschatz nicht altersentsprechend kam und die Mutter, die ihr dabei helfen h\u00e4tte k\u00f6nnen, nicht da oder wegen Schnellfahrens vorbestraft. Den Kampf darum und vierzehn Jahre keinen Kontakt zum Kind, da\u00df sich dann nicht mehr an die Mutter gew\u00f6hnte.  Jetzt gibt es einen Enkelsohn, der auf seine Facharztausbildung wartet und keine Zeit f\u00fcr seine Gro\u00dfmutter hat. So hilft ihr der Herr Hans beim Einkaufen,  tr\u00e4gt ihr die Flaschen in ihre Wohnung und erz\u00e4hlt ihr dabei von dem Mobbing, das er auf seinem Arbeitsplatz erlebt, gegen das er sich nicht wehren kann und die Schwester vom sozialen St\u00fctzpunkt, die zum neunzigsten Geburtsstag erscheint und ihr einen Platz im Pensionistenheim oder die Inanspruchsnahme einer Heimhilfe schmackhaft machen will, mu\u00df sie davon \u00fcberzeugen, da\u00df ihre Wohnung sauber ist und kein Schimmel im Eiskasten etc.<br \/>\nDazwischen h\u00f6rt sie im Radio von der Schuldenkrise, vom Zwangskindergarten ab eineinhalb, den die Gr\u00fcnen fordern und dem Leistungsdruck, den die Zehnj\u00e4hrigen haben, damit sie aufs Gymnasium k\u00f6nnen, von den Studiengeb\u00fchren und den Strafzahlungen, die man beim Schulschw\u00e4nzen bezahlen mu\u00df.<br \/>\nDas hatte ich, vielleicht nicht so ausdifferenziert, schon vor ein paar Tagen, dachte wieder &#8220;Wozu tue ich mir das an? Das wird doch wieder nicht wahrgenommen?&#8221; und hatte prompt den kleinen b\u00f6sen Zensor im Kopf &#8220;Du schreibst Kitsch, das kannst du und darfst du nicht!&#8221;<br \/>\nKein sehr gutes Gef\u00fchl, wie ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">erfahren<\/a> habe. Dann habe ich mir gestern Mittag beim Mc Donald doch einen Cheeseburger und eine kleine Portion Pommes frites gekauft und bin vier Stunden mit Bus und U-Bahn herumgefahren. Zuerst wollte ich in die Macondo-Siedlung, hatte aber Schwierigkeiten hinzukommen, weil ich offenbar nicht den Bus mit der richtigen Route erwischte. Dann bin ich mit einer U-Bahn zur anderen gefahren, das Konzept skizziert und so hinbekommen, da\u00df das Unbehagen verschwunden ist.<br \/>\nEin paar interessante Impressionen habe ich beim Fahren auch gehabt, so eine Frau gesehen, die zwar noch nicht neunzig war, aber in zwanzig jahren, wie die Paula Nebel aussehen k\u00f6nnte, grauer Pagenkopf, lila Jacke, lila Blumenleid, schwarze Str\u00fcmpfe und ein Gespr\u00e4ch von zwei jungen Frauen geh\u00f6rt, die wirklich erz\u00e4hlten, da\u00df sie einmal einen Tag lang U-Bahn gefahren sind. Dann haben sie ein paar Konzerte aufgez\u00e4hlt, auf denen sie gewesen sind und etwas von einer Freundin hinzugef\u00fcgt, die eine faszinierende, aber anstrengende Beziehung zu ihren Eltern hat, was die Frage aufwirft, was darunter zu verstehen ist?<br \/>\nUnd die kleinen Buben, die mit ihrer Lehrerin irgendwo waren, waren auch sehr interessant.<br \/>\n&#8220;Ich bin zehn, ich zehneinhalb, ich hundert, ich tausend Jahre!&#8221;, \u00fcbertrumpfen sie sich, bis der offensichtlich \u00e4lteste lapidar einwarf &#8220;Dann bin ich der j\u00fcngste, denn ihr seid schon alle tot!&#8221;<br \/>\nInteressant, was man beim U-Bahn fahren erleben kann, auch wenn man ein bi\u00dfchen schlapp ist und die Nase rinnt.<br \/>\nEigentlich wollte ich wieder einen meiner <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/15\/bestandsaufnahme\/\">Jammerartikel<\/a> schreiben, da\u00df ich mir mehr Aufmerksamkeit w\u00fcnsche und es mich \u00e4rgert, da\u00df mir Wikipedia, meine bei Digitaldruck.at, erschienenen B\u00fccher hinausgestrichen hat, was Gerhard Ruiss von den IG Autoren, dem ich das erz\u00e4hlte, unverst\u00e4ndlich fand und meinte, da\u00df ich das Recht habe, mich so darzustellen, wie ich will, beziehungsweise \u00fcberlegen, was ich tun kann, um auf mich und meine B\u00fccher aufmerksam zu machen?<br \/>\nAber das tue ich seit dreieinhalb Jahren sehr flei\u00dfig und konsequent im Literaturgefl\u00fcster und habe da jetzt auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/20\/indie-bucher\/\">zwei<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/02\/12\/cover-fragen\/\">Artikel<\/a>, wo man sich meine B\u00fccher ein bi\u00dfchen anschauen kann. Auf meiner <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/\">Homepage<\/a> kann man das noch genauer und berichten, wie meine B\u00fccher entstehen, tue ich auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/30\/vorschau-absturzgefahr\/\">sehr<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/26\/vorschau-auf-zwillingswelten\/\">genau<\/a>.<br \/>\nMehr als mir vielleicht doch eine ISBN Nummer kaufen, wie es Rudi Lasselsberger tut, Eva Jancak-Verlag draufschreiben und Wikipedia austricksen, es vielleicht doch bei Arovell, der mir das  angeboten hat, versuchen oder ein Exposeseminar besuchen und mit einem Pseudonym wieder an die Verlage und Agenturen schicken, f\u00e4llt mir nicht ein und das will ich ja nicht wirklich.<br \/>\n\u00dcbersehen werden will ich aber auch nicht und so ganz verstehe ich ja nicht, warum es ausgerechnet mir nicht gelingt, literarisch aufzufallen und sich das nie \u00e4ndert, auch wenn ich es noch so oft versuche, denn so schlecht schreibe ich, glaube ich, nicht.<br \/>\nAber das habe ich schon \u00f6fter geschrieben und das \u00e4rgert auch meine Kritikerinnen, die mich offenbar still und bescheiden w\u00fcnschen und das gestrige U-Bahnfahren war auch sehr anregend, so da\u00df ich beim Nachhausekommen dachte &#8220;Gut, fange ich wieder an und wurscht, ob ich sechs, acht oder vielleicht neun Wochen f\u00fcr den Rohentwurf brauche!&#8221;<br \/>\nIch kann aber auch mit ein paar Textproben beginnen und da habe ich schon eine Idee, die sich sich vielleicht morgen  ansehen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag habe ich es trotz einiger Stunden und einer Diagnostik geschafft, meine Abrechnung zu machen, bei der, die elektronisch passiert, war das nicht ganz einfach, denn als ich so weit war, da\u00df ich nur mehr die Unterschrift eincoden mu\u00dfte, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12397\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-12397","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12397"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12397\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}