{"id":12041,"date":"2012-02-11T00:34:23","date_gmt":"2012-02-10T23:34:23","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=12041"},"modified":"2012-02-11T00:34:23","modified_gmt":"2012-02-10T23:34:23","slug":"der-konig-von-amerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=12041","title":{"rendered":"Der K\u00f6nig von Amerika"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Der K\u00f6nig von Amerika&#8221;, von Peter Stephan Jungk ist ein biographischer Roman \u00fcber Walt Disney, 2003, bei Suhrkamp erschienen und er hat daf\u00fcr eine interessante, wenn auch etwas verwirrende Erz\u00e4hlform gew\u00e4hlt. Das Buch hat neun Kapitel und beginnt am 10 September 1966, Walt Disney ist am 15. Dezember 1966 gestorben. Ziemlich sp\u00e4t f\u00fcr eine Biografie k\u00f6nnte man sagen und jedes Kapitel erz\u00e4hlt ein Detail aus dem Leben des Mickey-Mouse-K\u00f6nigs von September bis zu seinem Tod.<br \/>\nIm ersten Kapitel liegt er mit seinem Bruder, dem Verwaltungsdirektor des Imperiums und seiner Frau Lilian, mit der er sich nicht mehr versteht, in einem G\u00e4stehaus in Marceline, seinem Geburts\u00f6rtchen. Dort soll er ein Schwimmbad einweihen,  geht am n\u00e4chsten Morgen durch den Ort und wird von Autogrammj\u00e4gern verfolgt, die alle aus dem \u00d6rtchen sind, mit Walt zur Schule gingen oder seine Nachbarn waren. Nur einer ist ein Fremder, Wilhelm Dantine, 1936 in Wien geboren, 1938 mit den Eltern in die USA emigriert, wenn man nachgooglet, kommt man nur auf den evangelischen Pfarrer, den ich einmal f\u00fcr meine Dissertation befragte, vier Jahre Zeichner in den Studios war, bis er von Walt entlassen wurde. Nun verfolgt er ihn auf Schritt und Tritt und tut, um zur Erz\u00e4hlstimme zu werden, unerh\u00f6rte Sachen, wird der Geliebte von Walts Krankenschwester Hazel oder l\u00e4\u00dft einen technischen Assistenten Tonaufnahmen machen. Wie er zur Walts Tr\u00e4umen im Krankenhaus und seinen \u00c4ngsten aus der An\u00e4sthesie nicht mehr zu erwachen kommt, ist nicht ganz klar. Er erz\u00e4hlt uns aber nebenbei, auch ein  bi\u00dfchen aus dem Leben des gro\u00dfen Mannes, der angeblich selbst nie einen Bleistift in die Hand nahm, um zu seinen Comics zu kommen, der als Kind armer Leute und eines strengen Vaters in eben diesen St\u00e4dtchen aufgewachsen ist.<br \/>\nIm zweiten Kapitel l\u00e4\u00dft Walt sich von erw\u00e4hnter Krankenschwester, die auch noch seine Geliebte ist, massieren, er hat Schmerzen und sie nimmt ihm das Versprechen ab, sich untersuchen zu lassen, was er verschleppt, denn er hat gro\u00dfe Pl\u00e4ne, will sich nach seinem Tod einfrieren und wieder auftauen lassen, wenn die Wissenschaft das ewige Leben erfunden hat. Er will auch einen utopischen Park mit Hilfe eines Architekten bauen, der auch in Wien geboren wurde und in den Drei\u00dfigerjahren emigrierte, Victor Gruen oder Gr\u00fcnwald hie\u00df und vor seiner Emigration in einem Kabarett am Naschmarkt spielte, nicht zu verwechseln mit Fritz Gr\u00fcnbaum. Das Disneyland in Florida soll auch noch gebaut und viel gr\u00f6\u00dfer, als das schon existierende in Kalifornien werden.<br \/>\nIm dritten Kapitel besucht Walt das Disneyland in Anaheim, wo es eine Lincolm Puppe gibt, die Probleme bereitet, die versucht er zu reparieren, befiehlt dem technischen Assistenten, der dabei die Tonbandaufnahme macht, abzunehmen und droht ihm ihn zu entlassen, wenn er &#8220;Sir&#8221; zu ihm sagt und er \u00e4u\u00dfert auch seine rechten politischen Ansichten, so ist er gegen Schwarze und schimpft mit der Puppe, weil die ihren Tonbandmonolog gegen Sklaverei h\u00e4lt.<br \/>\nIm vierten Kaptiel geht Bill Dantine mit seinem Sohn Jonathan in Walts Haus, der dort im Garten mit einer Eisenbahn spielt und h\u00e4lt ihm seine Entlassung vor, er schminkt sich auch als Mickey Mouse und t\u00f6tet eine Maus, weil er wei\u00df, da\u00df der Ex-Chef kein Blut sehen kann, der holt die Polizei, Dantine wird aber nur wegen Rauschgiftbesitz verurteilt und der kleine Jonathan ist begeistert.<br \/>\nIm f\u00fcnften Kapitel ist schon Halloween und Walt soll einen Orden bekommen, wieder wohnt er mit seiner Familie, der Krankenschwester und der Adoptivtochter, die er seiner richtigen Tochter Diane vorzieht, in einem G\u00e4stehaus und dort l\u00e4utet eine Lucy, um ihr trick oder treat zu holen, die es gar nicht gibt oder viel sp\u00e4ter als m\u00f6gliche Schwiegertochter des Erz\u00e4hlhelden auftauchen soll.<br \/>\nIm sechsten Kaptiel geht Walt endlich zur Untersuchung und Dr. Silverstone entdeckt einen Tumor in der Lunge, Walt ist ein starker Raucher, der wird entfernt und in der Intensivstation liegt der Magnat mit einem kleinen Jungen, den er zu Weihnachten ins Disneyland einl\u00e4dt und auch hier sein kindliches Gem\u00fct offenbart, aber zu diesen Zeitpunkt werden beide schon gestorben sein.<br \/>\nVorerst wird Walt aber mit entfernter Lunge entlassen, bestellt Victor Gruen zu sich und l\u00e4\u00dft sich von Hazel und Dr. Silverstone versichern, da\u00df er eingefroren wird, was seine Familie, als er am 15. Dezember stirbt, zu verhindern wei\u00df. Er wird verbrannt, Dantine nimmt am Begr\u00e4bnis teil und macht Jahre sp\u00e4ter noch eine Aktion, die Urne zu stehlen und beim  Geburtshaus zu vergraben. Er wird dabei erwischt und bekommt vier Monate unbedingt, die er dazu ben\u00fctzt, den Roman \u00fcber seinen Widersacher zu schreiben.<br \/>\nWie schon erw\u00e4hnt, eine interessante Art, eine Biografie zu schreiben, beim Nachgooglen bin ich noch auf eine <a href=\"http:\/\/www.leselampe-salz.at\/p3\/110leben.htm\">Podiumsdiskussion mit Peter Stephan Jungk <\/a>gesto\u00dfen, wo er es ein bi\u00dfchen erkl\u00e4rt und meint, da\u00df Wilhelm Dantine sein ehemaliger Lehrer war und Peter Stephan Jungk, den Sohn des ber\u00fchmten Zukunftforschers, habe ich voriges Jahr in der Alten Schmiede kennengelernt, als er sein Buch \u00fcber seine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/06\/herzgeschichten\/\">Herzgeschichten<\/a> vorstellte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Der K\u00f6nig von Amerika&#8221;, von Peter Stephan Jungk ist ein biographischer Roman \u00fcber Walt Disney, 2003, bei Suhrkamp erschienen und er hat daf\u00fcr eine interessante, wenn auch etwas verwirrende Erz\u00e4hlform gew\u00e4hlt. 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