{"id":11816,"date":"2012-02-01T00:43:16","date_gmt":"2012-01-31T23:43:16","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=11816"},"modified":"2012-02-01T00:43:16","modified_gmt":"2012-01-31T23:43:16","slug":"vom-frauenzimmer-zur-chick-lit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11816","title":{"rendered":"Vom Frauenzimmer zur Chick Lit"},"content":{"rendered":"<p>Die Evi von den Zwillingsleiden, deren Blog ich regelm\u00e4\u00dfig lese, ist in den f\u00fcnften Bezirk gezogen, bespricht seither regelm\u00e4\u00dfig das literarische Wien und hat am Montag in ihren Artikel <a href=\"http:\/\/zwillingsleiden.blogspot.com\/2012\/01\/wien-literarisch-ein-ende-und-ein.html\">&#8220;Ein Anfang und ein Ende&#8221;<\/a>, sowohl vom Zusperren der Buchhandlung Reichmann, die jetzt ja schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/10\/warum-wird-mein-manuskript-nicht\/\">fast zwei Jahre abverkauft<\/a> und an deren B\u00fccherkisten ich regelm\u00e4\u00dfig vor\u00fcbergehe, wenn ich in die Alte Schmiede will, als auch vom Aufsperren einer neuen Buchhandlung namens Chick Lit in der Kleeblattgasse berichtet.<br \/>\n&#8220;Chick Lit!&#8221;, habe ich mit leichtem Schuldgef\u00fchl gedacht, denn das lese ich ja manchmal gerne, soll man aber nicht, wie ja erst <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/30\/krisenstimmung\/\">Michael Stavric im Standard des vergangenen Wochenende<\/a> beklagte, da\u00df die Leute keine anspruchsvollen B\u00fccher mehr lesen und da er\u00f6ffneteine Buchhandlung, die nur &#8220;Chick Lit&#8221; vertreibt? Interessant, habe den <a href=\"http:\/\/chicklit.at\/\">Link<\/a> verfolgt und  bin beim Verein \u00fcber die &#8220;AUF&#8221;, die F\u00f6rderung feministische Projekte gesto\u00dfen, sehr interessant, denn da gab es ja einmal eine feministische Frauenbuchhandlung, das sogenannte &#8220;Frauenzimmer&#8221; in das keine M\u00e4nner durften, das zuerst seinen Standort in der Langegasse gleich neben oder im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/09\/betrachtungen-zum-muttertag\/\">Wiener Frauenverlag<\/a> hatte, der jetzt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/21\/vier-starke-frauen\/\">&#8220;Milena&#8221; hei\u00dft und keiner mehr ist<\/a>, sp\u00e4ter in der Zieglergasse vis a vis dem Literaturhaus war und vor ein paar Jahren, ich glaube, es war 2007, eingegangen ist. Da war ich mit der Ruth Asp\u00f6ck noch in den letzten Tagen, als wir von einer Vorbesprechung zum &#8220;Linken-Wort&#8221;, vom &#8220;Siebenstern&#8221; kamen, es gab aber keinen nennenswerten Abverkauf, daf\u00fcr ein paar Monate sp\u00e4ter ein gro\u00dfes Benefizfest im EGA und seither hatte Wien keine Frauenbuchhandlung und  die Zeitschrift &#8220;AUF&#8221; hat ihren Betrieb auch eingestellt, weil <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/21\/heimito-von-doderer-und-ruth-kluger\/\">Eva Geber<\/a>, eine der Begr\u00fcnderinnen, in Pension gegangen ist und in ihren R\u00e4umen in der Kleeblattgasse, das wei\u00df ich jetzt, weil es auch Dienstagmorgen im Leoporello war, haben zwei junge Frauen, eine feministische Buchhandlung er\u00f6ffnet und ihr den trashigen Tiel &#8220;Chick Lit&#8221; gegeben.<br \/>\nIn den Siebzigerjahren hat es &#8220;Frauenzimmer&#8221; gehei\u00dfen und die M\u00e4nner ausgesperrt und ich bin in meinen Studentinnentagen, als ich mir noch B\u00fcchjer kaufte, sehr oft in der Langegasse gewesen und habe mir auch viel gekauft.Jetzt ersah ich der  Homepage und h\u00f6rte ich in Leporello, gab es am Dienstag von zehn bis achtzehn Uhr, die gro\u00dfe Er\u00f6ffnung &#8220;Essen, trinken, B\u00fccher kaufen!&#8221; und ich hatte nur ein bi\u00dfchen ein mulmigen Gef\u00fchl, denn der 31. ist ja mein Abrechnungstag und am Abend gibt es auch den Vertragspsychologinnen-Jour-fixe, bin aber fr\u00fcher aufgestanden und nicht in die Badewanne Lesen gegangen, sondern gleich mit den Honorarnoten begonnen und w\u00e4re auch fertig geworden, wenn nicht das Epsilon-Abrechnungsprogramm gestreikt h\u00e4tte, so da\u00df ich sowieso nur mit Alfreds Hilfe meine Diagnostik abrechnen kann, aber Zeit hatte, am Nachmittag in die Kleeblattgasse zu gehen und das ist auch eine historische Adresse, da dort nicht nur bis in die Siebzigerjahre, glaube ich, der Lebensgef\u00e4hrte meiner Tante Grete einen Frisiersalon hatte, sondern auch Elfriede Gerstl mit ihrer Mutter wohnte und  es jetzt also die Buchhandlung mit der feministischen Unterhaltung gibt.<br \/>\nEs sieht dort eigentlich sehr \u00e4hnlich, wie im Frauenzimmer in der Zieglergasse aus. Regale, B\u00fcchertische, ein paar Sessel,  viele junge Frauen und auch ein paar M\u00e4nner von denen ich zuerst niemanden kannte. Eine der Frauen rief &#8220;Kaffee ist fertig!&#8221;, es gab ein Buffet mit Kuchen, Aufschnitten und Salaten und eine B\u00fccherkiste zur freien Entnahme, in der es ein paar sehr alte feministische Publikationen und Frauenberichte gab und sonst die Frauenliteratur quer durch den Gem\u00fcsegarten. Vom Angebot w\u00fcrde ich auch nicht sehr viel Unterschied zum &#8220;Frauenzimmer&#8221; sehen. Oder doch nat\u00fcrlich, ein bi\u00dfchen Trashiges, wie &#8220;Bisse und K\u00fcsse&#8221; in f\u00fcnf Teilen und &#8220;Anne Frank&#8221; als Gothic-Novel, aber sonst B\u00fccher von El Awadalla, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/01\/jahresanfangsflusterei\/\">Hilde Schm\u00f6lzer<\/a> etc.<br \/>\nDie sollte dann auch kommen und sich nach ihrem &#8220;Rosa Mayreder&#8221;-Buch erkundigen, die neue Frauenreihe, der Traude Korosa, die &#8220;ADA -Bibliothek der Frauen, aus der Edition Mokka, wo mir Judith Gruber-rizy zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/06\/krilit-und-geburtstagslesung\/#comments\">Geburtstag<\/a> den &#8220;Roten Merkur&#8221; von Auguste Groner schenkte, lag auf und ein Buch der Martina Wied, der Frau, die, wie mir Hiulde Schm\u00f6lzer erkl\u00e4rte, nach dem Krieg den ersten Staatspreis bekommen hat. B\u00fccher von Hermynia zur M\u00fchlen, aber auch Lydia <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/19\/schwestern-der-angst\/\">Mischkulnigs &#8220;Schwestern der Angst&#8221;<\/a> und viele Edith Kneifl Krimis, also gar nicht so viel Chick Lits und die Frauen, die bei Kaffee und Saft tratschenten oder in die B\u00fccher sahenb, interessieren sich wahrscheinlich auch nicht so sehr daf\u00fcr, sind aber j\u00fcnger, als die alten Feministinnen, ihre T\u00f6chter und Enkelinnen w\u00fcrde ich so sch\u00e4tzen und die beiden B\u00fccherfrauen, ob und wann sie ihre Er\u00f6ffnungsrede halten sollten und so hat Wien wieder eine Frauenbuchhandlung, der ich, genauso, wie Hilde Schm\u00f6lzer, alles Gute w\u00fcnsche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Evi von den Zwillingsleiden, deren Blog ich regelm\u00e4\u00dfig lese, ist in den f\u00fcnften Bezirk gezogen, bespricht seither regelm\u00e4\u00dfig das literarische Wien und hat am Montag in ihren Artikel &#8220;Ein Anfang und ein Ende&#8221;, sowohl vom Zusperren der Buchhandlung Reichmann, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11816\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-11816","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11816\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}