{"id":11385,"date":"2012-01-14T11:06:40","date_gmt":"2012-01-14T10:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=11385"},"modified":"2012-01-14T11:06:40","modified_gmt":"2012-01-14T10:06:40","slug":"samstagbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11385","title":{"rendered":"Samstagsbericht"},"content":{"rendered":"<p>Wie ging es weiter mit dem Schreiben der &#8220;Wiedergeborenen&#8221; und was tut sich sonst im Leben einer seit fast vierzig Jahren, so <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_dorafaust.html\">&#8220;besessen&#8221;<\/a> wie &#8220;erfolglos&#8221; vor sich hinschreibenden Frau? Die Weihnachtsferien sind beendet, ich bin in die Praxis zur\u00fcckgekommen und habe die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/09\/aktuelle-literarische-gesellschaftsbefunde\/\">ersten<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/12\/der-geist-von-san-francisco\/\">zwei<\/a> Veranstaltungen im neuen Jahr besucht, dazwischen gab es einen langen meditativen Spaziergang auf dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/11\/spannungsbogen\/\">Wilhelminenberg<\/a> zu der Hochzeit von Alfreds alter Freundin Ingrid und ab Donnerstag wurde flei\u00dfig weitergeschrieben. Das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/07\/schreibprozesgefluster\/\">Handlungskonzept<\/a> ist mir ja in der vorigen Woche in etwa so gekommen und da finde ich wirklich interessant, was aus der urspr\u00fcnglichen Idee, eine Philosophiestudentin wohnt in einer Wohnung, in der auch ihre Mutter und ihre Gro\u00dfmutter lebten und macht eine Metamorphose durch verschiedene Zeiten, Welten und Identit\u00e4ten durch, geworden ist.<br \/>\nDenn die hat sich in den zwei Monaten in denen ich daran denke und arbeite, wirklich mehrmals ver\u00e4ndert und ist auch durch mehrere <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">Krisen<\/a> gegangen. Inzwischen habe ich fast hundert Rohseiten, f\u00fcnfunddrei\u00dfig Szenen und f\u00fcnfzigtausendf\u00fcnfundert Worte. Der Nanowrimo w\u00e4re, allerdings mit Zeit\u00fcberschreitung, geknackt und ich wei\u00df wieder einmal mit der Handlung nicht recht weiter, werde wieder korrigieren und dann bis zum Ende planen. Das hei\u00dft, so ungef\u00e4hr wei\u00df ich es schon und ich denke, ich bin auch schon ziemlich am Schlu\u00df oder so im dritten Drittel. Soll so sein. Interessant ist diesmal, glaube ich, wirklich die Entwicklung. Am Anfang habe ich ja ziemlich ins Blaue geschrieben, habe gedacht, ich mache wie im <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_haus.html\">&#8220;Haus&#8221;<\/a>, drei Romane. Einen \u00fcber die Rosa, die Marianne und die Theresa und verbinde das alles mehr oder weniger kunstvoll miteinander. Jetzt ist es bei den zwei Handlungsebenen, die von der Marianne und der Theresa abwechselnd getragen werden, geblieben. Von der Idee die tote Rosa mit einer Jahreszahl oder via ihrem Tagebuch in die Handlung zu bringen, habe ich gelassen. Und die beiden Freundinnen, die Hannah und die Esther, f\u00fcr die ich je einen Charakterbogen angeglegt habe, werden in die Geschichte durch ihre S\u00f6hne, die sie bekommen haben, den Schriftsteller Ari, der aus Israel gekommen ist, um das Memoir \u00fcber seine Mutter im Salzburger und auch im Wiener Literaturhaus vorzustellen und Johann Molnar, der aus Graz nach Wien kam, um mit seiner Tochter Margit, der Nachbarin Theresas, in die Oper zu gehen und seine au\u00dfereheliche Tochter Ilona zu treffen, die in Budapest als freie Schauspielerin lebt, von Viktor Orbans Reformkurs aber, nach Wien getrieben wurde, um dort ein freies Theater zu gr\u00fcnden, bzw. ihre Forinths auf ein Wiener Konto zu legen, was ich diese Woche in den Journalen so h\u00f6rte, da\u00df das die Ungarn jetzt so tun, entwickelt.<br \/>\nSo weit bin ich mit dem Schreiben gekommen. Theresa ist mit Albert Taher in die Konditorei Aida gegangen, hat dort Johann Molnar mit Ilona gesehen, w\u00e4hrend Marianne in Salzburg inzwischen im Literaturhaus war, Ari Eisenstein angesprochen hat und ihm nun Salzburg zeigt und Jan hat sich auch bei ihr gemeldet, um ihr zu sagen, da\u00df er kommen will, weil Hanka Haugova im Prager Hospiz gestorben ist.<br \/>\nWas jetzt kommt, ist das Finale und der Weg dorthin. Irgendwie reizt mich ja die Idee, nach den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/26\/vorschau-auf-zwillingswelten\/\">Kritiken der letzten<\/a> B\u00fccher, das fulminant in der Wohnung in der W\u00e4hringer Stra\u00dfe enden zu lassen. Alle kommen zusammen, bevor sie wieder auseinandergehen, Ari nach Jerusalem, Marianne nach Salzburg, Jan nach Prag und Theresa eventuell eine Wohngemeinschaft mit Albert, Ilona und deren Freund Gabor gr\u00fcnden wird.<br \/>\nWie ich das verbinde und welche Szenen davor  kommen, wei\u00df ich noch nicht. Werde, wie beschrieben, jetzt einmal die bisherigen hundert Seiten vornehmen und alle darin vorhandenen Ungereimtheiten und Fehler ausmerzen, so stimmt das Alter meiner Protagonisten noch nicht ganz. Das Ganze also so gl\u00e4tten, da\u00df ich weiterschreiben kann und dann die n\u00e4chsten Szenen planen.<br \/>\nIch habe noch nie so viel zwischendurch korrigiert und das Ganze immer wieder von vorne durchgegangen, wahrscheinlich, weil sich der Handlungsbogen zwischendurch sehr ver\u00e4ndert hat und Personen auftauchten, von denen ich Ende November noch keine Ahnung hatte, da\u00df sie kommen werden. Andere Ideen, wie zum Beispiel den griechischen Studenten oder Studentin habe ich fallen lassen und der Vladi oder Wassili Scharkawilli aus Tiflis ist auch zu einem koptischen Christen aus Kairo geworden.<br \/>\nFinde ich interessant und es war auch eine spannende Arbeit, wo ich wieder \u00fcber einige meiner Hemmungen gekommen bin und das ist ja, glaube ich, meine gro\u00dfe Schwierigkeit. Die Heimmung und das ewige &#8220;Das darst du nicht!&#8221;, im Kopf, dem ich in meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">Qu\u00e4lereien-Artikel<\/a> ja tapfer den Garaus gesetzt habe und ich glaube, es ist mir auch gelungen, ein bi\u00dfchen lockerer damit umzugehen und dabei hilft mir, so masochistisch das vielleicht auch klingt, die \u00f6ffentliche Diskussion im Literaturgefl\u00fcster. Masochistisch deshalb, denn da kann man ja auch angegriffen werden, wenn man so \u00f6ffentlich \u00fcber seine Grenzen schreibt und sich als Eine outet, die Schwierigkeiten mit dem Verlagsfinden hat und trotzdem schreiben will.<br \/>\nSo hat sich wieder mein Kritikerduo gemeldet und gemeint, da\u00df es <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/29\/lesarten-der-sprachkust-studentenlesung\/\">viel besser schreibt als ich!<\/a> Soll so sein, ich bem\u00fche mich so gut ich kann und kann aus meiner Haut nicht heraus. Arbeite aber daran oder auch nicht, denn ich bin, wie meine Leser wahrscheinlich bemerken, auch ein bi\u00dfchen eigensinnig und versuche selber zu reflektieren, wie gut oder schlecht ich bin und da komme ich zu dem Resumee, da\u00df ich mit dem Schreiben nicht viel Gl\u00fcck hatte und mich wahrscheinlich meine Pers\u00f6nlichkeit und der fehlende F\u00f6rderkreis am Hineinkommen in den Literaturbetrieb hinderte, so da\u00df ich nach wie vor am Rand herumkrebse, beziehungsweise mich durch das Literaturgefl\u00fcster ein bi\u00dfchen davon entferne, wie ich das auch vor zehn Jahren mit dem sogenannten &#8220;Selfpublishing&#8221; machte&#8221;.<br \/>\nIch tue was ich kann, wenn ich k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich bei Suhrkamp verlegen, klar, keine Frage, aber es stimmt schon, der Autobus ist nicht gekommen, der mich nach Stockholm f\u00e4hrt. Der w\u00e4re auch sehr \u00fcberf\u00fcllt, weil alle dorthin wollen und ich vielleicht nicht die Ellenbogen habe, die anderen hinauszudr\u00e4ngen, um selber einzusteigen. So schreibe ich mehr oder weniger verzweifelt alleine vor mich hin, berichte dar\u00fcber im Literaturgefl\u00fcster meinen hundert bis hundertf\u00fcnzig t\u00e4glichen Lesern und setze mich gelegentlichen Kritkerinnen aus, die ihre Freude daran haben &#8220;Du bist eine Hobbyautorin und ich bin viel besser!&#8221;, zu schreiben. Soll so sein! Ich schreibe so gut ich kann und das ist mir bei der &#8220;Wiedergeborenen&#8221;, glaube ich, gar nicht so schlecht gelungen.<br \/>\nAuch wenn meine Sprache wieder am Boden der Realit\u00e4t blieb und ich fast mit einer Akribie &#8220;sagte er, sagte sie&#8221; , verwende, aber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/11\/beste-beziehungen\/\">Gustav Ernst<\/a> tut das auch und sagt &#8220;Na und!&#8221;, dazu und die Verlage, die mir das herausstreichen, habe ich ja nicht. Was ich aber sch\u00f6n finde, ich wiederhole es, ist der Schreibproze\u00df und das \u00dcberwinden von Hemmungen,  es ist auch fl\u00fc\u00dfiger geworden. Wie weit es trotzdem noch an der Oberfl\u00e4che ist und ich bei der Personenf\u00fchrung tiefer werden sollte, mu\u00df ich mir noch anschauen.<br \/>\nIch werde, wenn ich das Rohkonzept fertig habe, mir auch den Frey noch einmal herausholen, obwohl ich nicht mit allen, was er schreibt, einverstanden ist und ich auch keinen amerikanischen Roman schreiben will, der von einem Autor gecoacht wurde, der sich an Balzac oder Nabokov, also wieder an die Europ\u00e4er, allerdings an denen des neunzehnten Jahrhunderts, orientiert. Da bleibe ich lieber gleich in der Gegenwart und in Wien.<br \/>\nUnd ein bi\u00dfchen Erfolg gibt es auch zu berichten. Ich habe gestern n\u00e4mlich wieder einmal Druckfahnen durchgesehen, hat Christoph Kepplinger, die zur neuen Volkkstimmeanthologie geschickt. Es wird wieder Buch, juchee und von mir, einen ver\u00f6ffentlichten Beitrag geben, mit dem ich, wenn ich will, zum Pen marschieren kann. Aber ob der mit einer Volksstimmeanthologie etwas anfangen will, ist fraglich, ganz abgesehen, davon, da\u00df ich aus der GAV nicht austrete!<br \/>\nVielleicht zur Orientierung die bisherigen Schreibberichte <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">1<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/01\/jahresbeginn\/\">2<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/03\/szenen-fullen\/\">3<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/05\/deja-vue-und-arbeitsbericht\/\">4<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/07\/schreibprozesgefluster\/\">5<\/a><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/11\/spannungsbogen\/\"> 6<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ging es weiter mit dem Schreiben der &#8220;Wiedergeborenen&#8221; und was tut sich sonst im Leben einer seit fast vierzig Jahren, so &#8220;besessen&#8221; wie &#8220;erfolglos&#8221; vor sich hinschreibenden Frau? Die Weihnachtsferien sind beendet, ich bin in die Praxis zur\u00fcckgekommen und &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11385\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-11385","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11385"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11385\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}