{"id":11303,"date":"2012-01-10T00:15:58","date_gmt":"2012-01-09T23:15:58","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=11303"},"modified":"2012-01-10T00:15:58","modified_gmt":"2012-01-09T23:15:58","slug":"alle-wege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11303","title":{"rendered":"Alle Wege"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Alle Wege&#8221; f\u00fchren nach Rom sagt das Sprichwort und da gibt es ein \u00d6stereich-Atelier oder eine Stipendiatswohnung in der Via di Tor Millina und da zieht es die \u00f6sterreichischen Autorinnen von Martin Ammanshauser bis <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/04\/die-asche-meiner-schwester\/\">Cornelia<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/05\/futter-mich\/\">Travnicek <\/a>bekantlich hin. Viel mehr als dreizehn werden sich in der schon etwas abgehausten Wohnung, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/26\/klimmen\/\">Andrea<\/a> <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/13\/reben\/\">Stift<\/a> hat einmal in ihren Blog, ein paar Fotos derselben hineingestellt, ihre Rom-Phantasien niedergeschrieben haben. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/17\/kolikslam\/\">Linda Stift<\/a>, ihre Cousine hat jedenfals dreizehn Autoren gebeten, ihre Rom-Geschichten f\u00fcr eine Anthologie zusammenzustellen, die bei Sonderzahl herausgekommen ist. Thomas Kussin und Matthias  Zsutty haben Fotos dazu gemacht, von der ber\u00fchmten K\u00fcnstlerwohnung gibt es keine und der Buchtext verspricht &#8220;Frische neue Blicke auf die citta eterna. Und wie nebenbei entsteht ein Panorama der \u00f6sterreichischen Gegenwartsliteratur.<br \/>\nDann springen wir hinein, es hat ohnehin lang genug gedauert, bis ich das Buch gelesen habe und beginnen mit  Rosemarie Poiarkow &#8220;Wenn der Papst stirbt&#8221;, da sind wir gleich mittendrin in dieser K\u00fcnstlerwohnung, obwohl, die 1974 in Baden bei Wien geborene, von der ich &#8220;Wer, wenn nicht wir?&#8221; gelesen habe, erst, wie auf der Biografieseite steht &#8220;vor hatte, um ein Rom Stipedium anzusuchen, vorzugsweise in Okotober&#8221; steht noch dabei.<br \/>\nJohannes Gelich machte das in &#8220;Ponte Mammolo&#8221; auch, das hei\u00dft vorher war er in Madrid, dann kommt er in die Via di Tor Millina 35, wird  von einem bildenden K\u00fcnstler und einer Fotografin zum Spaghetti-Essen eingeladen und hat in seinem Zimmer  Alptr\u00e4ume, denn im selben Bett haben schon Robert Menasse und Franzobel geschlafen, welche Vorstellung?, das Klo ist dauern verstopft, bzw. wird von ihm besetzt und \u00fcber Pasolini will er seine Stipendiatsarbeit auch noch schreiben.<br \/>\nDann kommt <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/11\/andrea-stift-bei-den-wilden-worten\/\">Andrea Stifts<\/a> Text &#8220;Schmutzig&#8221;, die war im Juli 2007 das erste Mal in Rom, als ein Harry Potter erschienen ist, den sie dann gleich in der Buchhandlung Feltrinelli um Mitternacht erstand. 2009 war sie, glaube ich, noch einmal dort, jedenfalls habe ich diesem Jahr ihren Blog entdeckt und da auch die ber\u00fchmten Fotos gefunden. Der n\u00e4chste Text ist von <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/28\/alte-schmiede-und-mehr\/\">Anna Kim<\/a> und der bereitete mir ein bi\u00dfchen Schwierigkeiten, beziehungsweise best\u00e4tigte er meine Vorurteile, warum ich mich so oft vor Anthologien und Kurzgeschichtenb\u00e4nden dr\u00fccke. Denn man liest sich ein in eine Geschichte und dann kommt  ein ganz anderer Stil und das macht das Mitdenken ein bi\u00dfchen schwierig. Noch unverst\u00e4ndlicher wurde es  bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/09\/aktuelle-literarische-gesellschaftsbefunde\/\">Markus K\u00f6hle<\/a>, denn der vermischte gleich genial das Deutsche mit dem Italienischen in &#8220;Amore fa mal di testa e daneggia gravamente la capacita linguale&#8221;, na klar, hat er ja in Rom Romanistik studiert, was mir gar nichts ausmachte, versuchte ich w\u00e4hrend meiner Italienaufenthalte ja Italienisch zu lernen und habe deshalb immer ein tausend Lektionen Italienisch Sprachb\u00fcchlein mitgenommen. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/09\/aktuelle-literarische-gesellschaftsbefunde\/\">Mieze Medusa<\/a> versuchte es dann gleich auf Englisch &#8220;Its fobidden to rubbish the monument&#8221;, beginnt mit dem S\u00fcdbahnhof, den es nicht mehr gibt und der Zugsfahrt, versucht dabei einen Stefan zu vergessen, lernt einen Sven kennen, geht mit ihm essen und Kaffee trinken und macht auch eine Stadtf\u00fchrung.<br \/>\nDie n\u00e4chste Autorin konnte h\u00f6chstwahrscheinlich schon Italienisch, als sie Rom bereiste, hat dort auch als Zimerm\u00e4dchen gearbeitet und in die Anthologie ein St\u00fcck von &#8220;Stillbach&#8221; hineingestellt und das war sehr interessant, besucht das deutsche Zimmerm\u00e4dchen doch in der Zimmerstunde den Fontana di Trevi und erwischt dort ihre Kollegin, wie sie mit einem Magneten die M\u00fcnzen aus dem Wasser fischt, die die Touristen  hineinschmei\u00dfen, um sich entweder in einen R\u00f6mer zu verlieben oder in die ewige Stadt zur\u00fcckzukommen.  Sabine Gruber wurde 1963 in Meran geboren und lebt inzwischen in Wien. Und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/02\/stavaric-lesung\/\">Michael Stavaric<\/a> z\u00e4hlt in &#8220;Und in Italien&#8221; s\u00e4mtliche Vorurteile auf, die man \u00fcber diese und \u00fcber andere St\u00e4dte haben kann. &#8220;Und in Rom ist es allen Frauen, die MARIA hei\u00dfen, verboten als Prostiutierte zu arbeiten, und im \u00fcbrigen Italien ist es das nicht&#8221;<br \/>\nIn <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/21\/unter-uns\/\">Angelika Reitzers<\/a> &#8220;Scherbenh\u00fcgel&#8221; geht es gleich wieder in das \u00d6sterreich-Atelier. Das hei\u00dft nicht gleich, zuerst geht es zu einer Fastenkur, die aber kein Erfolg wurde, so kommt sie nach Rom und l\u00e4\u00dft sich dort von ihren Mitbewohnern bekochen. Und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/21\/jelinek-dialoge\/\">Olga Flor<\/a> beschreibt  in den &#8220;Katakombenheiligen&#8221; die negativen Seiten, der ewigen Stadt, erz\u00e4hlt von den Bettlern, den Taschendieben und den M\u00e4nnern, die einen in die Toreinfahrten locken und zu vergewaltigen suchen, w\u00e4hrend Linda Stift, die viermal dieses Atlier besuchte in &#8220;Macks Verh\u00e4ngnis&#8221; einen verhinderten Heiratsschwindler seine Leiden schildern l\u00e4\u00dft. Er will in Rom eine reiche alte Frau verf\u00fchren und berauben, stolpert aber \u00fcber die amerikanischen Lolitas in den Eisdielen, kauft sich einen halben Liter Zitroneneis, spritzt ab, bekleckert seine Hose und findet am n\u00e4chsten Tag auch in den Nobelhotels, die ersehnten reichen alten Frauen nicht. Und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/29\/cornelia-travicek\/\">Cornelia Travnicek<\/a> erinnert unter Palmen am Wiener Graben, da\u00df Schriftstellerinnen gar nicht auf Urlaub gehen k\u00f6nnen und, da\u00df man in Rom vor lauter Erwartungshaltung  nicht schreiben kann oder h\u00f6chstens einen Italienroman &#8220;Aber wer braucht schon soviele Italienromane?&#8221; und war  2010 durch den Umweg \u00fcber <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/02\/reisen-auf-eigene-faust\/\">Paliano<\/a>, wo das andere \u00d6sterreich Atelier, das es in Italien gibt, liegt, &#8220;zum ersten Mal in der ewigen Stadt.&#8221;  Am Schlu\u00df f\u00fchrt uns Martin Ammanshauser noch auf den Friedhof und zitiert die Reisen, die, der Vater Johann Caspar Goethe, Johann Wolfgang Goethe und sein Sohn August machte. Und ich war 2003, glaube ich, einmal dort, auf einem Campingplatz mit dem Alfred ein bi\u00dfchen au\u00dferhalb, da ich in der Zeit, wo ich noch unabh\u00e4ng war und keinen Kassenvertrag hatte, nicht recht wu\u00dfte, wie man sich um ein Rom-Stipendium bewirbt und vielleicht auch keines bekommen h\u00e4tte, so also  als Touristin mit einem literarischen Reisef\u00fchrer durch die Stadt gezogen  und dann 2004, als <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">&#8220;Tauben f\u00fcttern&#8221;<\/a> schrieb, davon zehrte, macht da ja die arbeitslose Lehrerin, Veronika Sch\u00e4tzmeister, wie angeblich sehr viele Italiener auch, Urlaub auf ihrem Balkon mit Ausblick auf den Donaukanal, w\u00e4hrend sie im Italienischen Billig Supermarkt Spaghetti, Chianti etc einkaufte, um ihrer Freundin dann in Mails von einem vorget\u00e4uschten Urlaub vorzuschw\u00e4rmen, w\u00e4hrend unten am Donaukanal eine Tauben f\u00fctternde alte Frau erschlagen aufgefunden wird. So jetzt habe ich auch ein bi\u00dfchen zu den B\u00fcchern der Autoren und den Veranstaltungen, die ich von ihnen schon besucht habe, verlinkt. Ich habe ja bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/25\/die-mittleren-iv\/\">&#8220;Mittleren&#8221;<\/a> einmal Cornelia Travnicek und Andrea Stift eingeladen, da war auch Lina Stift und da hat die Anthologie vielleicht auch ein bi\u00dfchen ihren Ausgang genommen, mit der man am besten wahrscheinlich nach Rom fahren und sie dort lesen sollte, da kann man dann auch am Campo di fiori und zu dem Haus gehen, in dem eine andere Exil-R\u00f6merin, n\u00e4mlich die ber\u00fchmte <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\">Bachmann<\/a> einmal lebte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Alle Wege&#8221; f\u00fchren nach Rom sagt das Sprichwort und da gibt es ein \u00d6stereich-Atelier oder eine Stipendiatswohnung in der Via di Tor Millina und da zieht es die \u00f6sterreichischen Autorinnen von Martin Ammanshauser bis Cornelia Travnicek bekantlich hin. 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