{"id":11204,"date":"2012-01-06T10:00:15","date_gmt":"2012-01-06T09:00:15","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=11204"},"modified":"2012-01-06T10:00:15","modified_gmt":"2012-01-06T09:00:15","slug":"baba-rada","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11204","title":{"rendered":"Baba Rada"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Baba Rada &#8211; Das Leben ist verg\u00e4nglich wie die Kopfhaare&#8221;, von Dana Grigorcea ist, wie man nach dem Lesen denkt und auch verschiedenen Rezensionen entnehmen kann, ein phantastisches Buch, obwohl der Klappentext ganz realischtisch ist &#8220;Das geheime US-amerikanische Gef\u00e4ngnis im rum\u00e4nischen Donaudelta wurde \u00fcberflutet. In einem Dorf legt ein Motorboot an, darin ein Terrorist und sein \u00fcberforderter W\u00e4rter. Baba Rada nimmt den Terroristen auf und wittert das gro\u00dfe Gesch\u00e4ft.&#8221;<br \/>\nBeginnt man das Buch zu Lesen, merkt man nichts oder nicht viel davon, denn wir sind auf einmal an der \u00fcberfrorenen Donau oder einer solchen Insel, wahrscheinlich weit hinten in Rum\u00e4nien, wo die Menschen Vogel\u00e4hnlich zu sein scheinen, jedenfalls flattern sie, gehen im Federnschritt und haben Vogelknochen. Sie haben auch Boote und Fischernetze und da gibt es Baba Rada, eine alte Frau oder Ur-Hexe  und die lebt in diesem Dorf in einer H\u00fctte mit einem Hund namens Stalin, einer beschr\u00e4nkten Tochter, einem oder mehreren S\u00f6hnen und Enkelkindern, ja es ist nicht ganz einfach sich in dem Buch auszukennen, hat es doch eine sehr phantastische Sprache und sprudelt von Einfall zu Einfall, obwohl es in ganz konventionelle Kapitel gegliedert ist, die, wie es einstens E.T.A Hoffmann machte, den Inhalt vorab erz\u00e4hlen<br \/>\n&#8220;Kapitel 1 indem es damit anf\u00e4ngt, da\u00df wir den Terroristen aufnehmen und ich mich auf das gute Gesch\u00e4ft freue&#8221;, aber aufgepasst nicht immer halten sich die \u00dcberschriften an das, was sp\u00e4ter folgt, manchmal gibt es auch keine Einleitungen, manchmal reimt sichs kindlich &#8220;Wo tuts weh? hol ein bi\u00dfchen Schnee, hol ein bi\u00dfchen k\u00fchlen Wind, dann vergeht es ganz geschwind&#8221;.<br \/>\nTrotzdem sind wir wahrscheinlich, um zum Klappentext zur\u00fcckzukehren, in der Zeit nach dem Kapitalismus, weiter unten steht auch etwas von  einem &#8220;gloablisierten Osteuropa&#8221; auch das merkt man eigentlich nicht. Sind die Leute in dem Donaudelta ja so arm, da\u00df sie, wenn sie, um ihre Toten zu begraben, auf andere Inseln kommen, halbleere Shamppoflaschen und Eisenst\u00e4bchen, die man als Nagelfeilen verwenden kann, aufklauben und es gibt den Popen und die Popenfrau Irinia, die mit ihren St\u00f6ckelschuhen durch den Schnee stapft und die Dorfbewohner besucht. Es gibt auch Feste, die es im Kommunismus kaum nicht gegeben hat, so werden Totentorten gebacken und Kreuze vom Popen in die Donau geworfen und der Gefangene, der es erwischt wird amnestiert. Welcher Gefangene, der von dem US-Amerikanischen Geheimgef\u00e4ngnis? Ob das die Amerikaner zulassen? Aber  von denen h\u00f6rt man ohnehin nicht viel in dieser phantastischen Geschichte, die die Hexe Baba Rada erz\u00e4hlt, die einerseits mit dem Terroristen Geld machen will, andererseits ihn mit ihrer beschr\u00e4nkten Tochter verkuppeln m\u00f6chte. Sie hat auch einen Geliebten und einen Ehemann, aber der ist verschwunden, irgendwo habe ich gelesen, da\u00df sie ihn erschlagen hat, an anderer Stelle wird er mit einer Braut in einem Fischbauch eingen\u00e4ht, das ist, als Baba Rada schon schwanger ist und noch die Kommunisten herrschten, da gibt es auch einen ehemaligen Milizion\u00e4r,  Rotbart genannt und der hat in den glorreichen Zeiten der Vergangenheit einen franz\u00f6sischen Kommunsten in das Dorf gebracht und um ihm die heile Welt und Gebr\u00e4uche des Kommunismus vorzuf\u00fchren, wurde eine Hochzeit zwischen Pandele, das ist Babas Ehemann und der scheuen Agripina inszeniert, wo beide dann, um die Hochzeitsbr\u00e4uche vorzuf\u00fchren in den Fischkadaver eingen\u00e4ht werden. Aber keine Sorge, am Schlu\u00df der Geschichte taucht Pandel wieder auf, beziehungsweise steigt er aus dem Schilf, w\u00e4hrend der Terrorist, der immer in einer unverst\u00e4ndlichen Sprache stotterte und man nicht recht wu\u00dfte, ob er jetzt mit der Hochzeit mit Ileana, der beschr\u00e4nkten Tochter, einverstanden ist und der das Kreuz aus der Donau holen soll, um ein freier Mann zu werden, davonsschwimmt und der ehemalige Milizion\u00e4r, den die Nachbarin Agripina versteckte und der von Baba Rada im Plumpsklo eingesperrt wurde, um ihn zu bestrafen, kommt auch davon.<br \/>\nEine sehr phantastische Geschichte und wem meine Zusammenfassung jetzt zu unverst\u00e4ndlich scheint, ich habe die ersten f\u00fcnfzig Seiten nicht viel verstanden, dann mir die Geschichte so zusammengereimt und gedacht, da\u00df es offenbar eine Tendenz gibt, den Kommunismus sehr ironisch-distanziert zu erz\u00e4hlen, tut das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/20\/der-wahrhaftige-volkskontrolleur\/\">Andrej Kurkow im &#8220;Wahrhaftigen Volkskontrolleur&#8221;<\/a> ja auch und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/17\/blaubarts-kinder\/\">Renata Serelytes &#8220;Blaubarts Kinder&#8221;<\/a> l\u00e4\u00dft sich ebenfalls so interpretieren. Da\u00df noch andere Leser \u00fcberfordert waren, l\u00e4\u00dft sich in einer Amazon-Rezension nachlesen, in der es hei\u00dft &#8220;Das Altweiberm\u00e4rchen mit dem Untertitel &#8220;Das Leben ist verg\u00e4nglich wie die Kopfhaare, ist die gr\u00f6\u00dfte literarische Frechheit seit Tristan Shandy(1759) Dann kommen mehrere Abs\u00e4tze Beschreibung, wo ich dachte, was hat denn der gelesen? und am Schlu\u00df der Satz &#8220;Jetzt haben Sie bisher gelesen und nichts weiter \u00fcber die Geschichte erfahren. Mein Gott Ihre Lesegewohnheiten Bin ich Baba Rada? Bin icht nicht! Lesen Sie das Buch, nicht die Rezension!&#8221;, w\u00e4hrend Ruth Schweikert im Klappentext &#8220;Baba Rada entwirft wundersam aufregende Erz\u00e4hlfl\u00fc\u00dfe, die durch Zeiten, Menschen, Landschaften und Schicksale m\u00e4andrieren. \u00dcberleben und Sterben in einem globalisierten Osteuropa, getragen von einer Sprache, die uns die Geschehnisse ebenso hintersinnig, wie scharf, ebenso bildhaft, wie explizit vor Augen f\u00fchrt.&#8221;<br \/>\nIch hab das Buch gelesen und es hat mir ebenso gefallen, wie Walter Famler, der die Autorin deshalb auf seine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/27\/am-literaturschiff\/\">Donauschifffahrt von Bratislava nach Wien<\/a> zum <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/29\/literatur-im-flus\/\">Literatur im Flu\u00df-Festival<\/a> lud und sie dort diskutieren lassen wollte. Leider hat Dana  Gricorcea, die sich die Stadt anschauen wollte, die Abfahrt des Schiffes vers\u00e4umtes und mu\u00dfte mit dem Zug nach Wien fahren, um am Abend das Schiff zu erreichen und aus ihrem Buch, wie geplant, vorzulesen.<br \/>\nDana Grigorcea wurde 1979 in Bukarest geboren und wuchs zweisprachig Rum\u00e4nisch &#8211; Deutsch auf und lebt heute mit Mann und Kind in Z\u00fcrich. &#8220;Baba Rada&#8221; ist ihr erstes Buch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Baba Rada &#8211; Das Leben ist verg\u00e4nglich wie die Kopfhaare&#8221;, von Dana Grigorcea ist, wie man nach dem Lesen denkt und auch verschiedenen Rezensionen entnehmen kann, ein phantastisches Buch, obwohl der Klappentext ganz realischtisch ist &#8220;Das geheime US-amerikanische Gef\u00e4ngnis im &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11204\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-11204","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11204"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11204\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}