{"id":11154,"date":"2012-01-05T00:01:51","date_gmt":"2012-01-04T23:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=11154"},"modified":"2012-01-05T00:01:51","modified_gmt":"2012-01-04T23:01:51","slug":"deja-vue-und-arbeitsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11154","title":{"rendered":"Deja vue und andere Arbeitsberichte"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche bin ich Dienstag und Mittwoch nach Wien gefahren, bekam ich ja schon vor einigen Wochen von Franz Josef Huainigg ein Mail, da\u00df ich mir den Mittwochvormittag f\u00fcr ein Ohrenschmaus-Brainstorming freihalten soll. Dann kam noch eine Doodle-Umfrage und die offizielle Einladung in das Psychologische Institutes in der Liebiggasse 5 und das ist ja der Ort, wo ich zwischen 1973 und 1979 sehr oft hingegangen bin, um Psychologie zu studieren.<br \/>\nZwar die linke Stiege hinauf in den ersten Stock in den H\u00f6rsaal und im dritten Stock gab es das Sekretariat, wo man sich die Zeugnisse abholte, sich f\u00fcr Pr\u00fcfungen anmeldete oder auch das Dissertantengespr\u00e4ch und die Rigorosen machte. Das ist lange her und die Psychologie ist ein Fach, das nie aufgeh\u00f6rt hat, \u00fcberlaufen zu sein, so gibt es jetzt eine eigene Fakult\u00e4t f\u00fcr Psychologie und mit Germain Weber, einen Dekan, der offensichtlich auch Pr\u00e4sident der Lebenshelfe ist, Zulassungsbeschr\u00e4nkungen und jede Menge neue H\u00f6rs\u00e4le und neue Professoren.<br \/>\nDamals in den Siebzigerjahren hat es den Prof. Guttmann, den Prof. Fischer und ganz am Anfang die Frau Professor Bayr-Klimpfinger gegeben und im ersten Semester lernte man \u00fcber optische T\u00e4uschungen, Neuropsychologie, Statistik und ging am Samstag in die Vorlesung vons Professor Strotzka um etwas Praktischeres, n\u00e4mlich die Tiefenpsychologie zu lernen, wo ich auch den Club der logischen Denker mit Josef Lembacher traf. Im dritten Semester gab es das gef\u00fcrchtete Planungspraktikum, wo ich ein Referat halten mu\u00dfte und fast daran gestorben w\u00e4re. Ich habe es aber \u00fcberlebt und keine Redeangst mehr. Ich dissertierte  \u00fcber die Midlife-Krise und als ich mit meinem Studium fertig war, begann ich zuerst mit einer Gespr\u00e4chsterapie, sp\u00e4ter mit einer Verhaltenstherapieausbildung und machte mein Akademikertraining im Schulpsychologischen Dienst in der Burggasse und in der Gymnasiumstra\u00dfe. Sp\u00e4ter wechselte ich zu &#8220;Rettet das Kind&#8221;, wo ich mich mit Gastarbeiterkindern besch\u00e4ftigte. Da hatte ich dann schon meinen ersten gro\u00dfen Erfolg, <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/viewer?a=v&amp;q=cache:aY05LkLeplgJ:www.lipura.at\/startdownload\/p\/1519\/+Eva+Jancak+G%C3%BCler+will+kein+Kopftuch+mehr&amp;hl=de&amp;pid=bl&amp;srcid=ADGEEShb5mVGEnF7phKzSNf0fbodQMJPrpYkMXMJI6mkC-XichL9B82JCSEmMDXfaZIwJ8aly7u1aKqlixEmOEkq1KNE2OoEWnTKGvFsR494LMtwOFyKTcm3mJCRxP8Ka60a0VIp4hKl&amp;sig=AHIEtbTVKf5baUK_G636GCjTIXFEoicztg\">&#8220;G\u00fcler will kein<\/a> Kopftuch mehr&#8221; geschrieben und weil man danach Anspruch auf Arbeitslosenunterst\u00fctzung hatte, lie\u00df ich mich in der Akademikerabteilung des Arbeitsamtes beraten und traf auf eine \u00e4ltere Dame, die mir riet, doch bei der Lebenshilfe Betreuerin zu werden. Vier Monate habe ich das gemacht, dann verlie\u00df meine liebe Kollegin Irmgard, die ich w\u00e4hrend meiner Ausbildungen kennengelernt habe, die HNO-Klinik, wo sie auf der Sprachambulanz t\u00e4tig war und vermittelte mir ihre Stelle, wo ich vier Jahre halbtags Assistentin war, danach in die freie Praxis ging und von der Sprachambulanz, die Arbeit mit Stotterern mitnahm, beziehungsweise zwei B\u00fccher dar\u00fcber geschrieben habe.<br \/>\n&#8220;La\u00df dir Zeit &#8211; Stottern will verlernt sein&#8221;, gemeinsam mit Edith Thabet, die ich im Arbeitskreis schreibender Frauen kennenlernte, bei Fischer TB erschienen und das Orac-Fachbauch &#8220;Verhaltenstherapie mit erwachsenen Stotterern. Ich habe  auch eine Zeitlang Psychotherapie f\u00fcr den Club Handicap gemacht und hin und wieder Klienten mit Behinderungen.<br \/>\nEinen Lehrauftrag \u00fcber das Arbeiten mit Stotterern auf der Sonderp\u00e4dagogik, habe ich auch einmal gehabt und wurde einmal in den Neunzigerjahren, in der Zeit als ich meinen Vater betreute, in ein Proseminar eingeladen \u00fcber meine Praxis den Studenten etwas zu erz\u00e4hlen. Inzwischen habe ich einen Kassenvertrag f\u00fcr Psychodiagnostik und einen Psychotherapievereinsvertrag, wovon ich lebe und bin durch Otto Lambauer, der ja anfangs durch seine Kommentare das Literaturgefl\u00fcster sehr verst\u00e4rkte, in die Ohrenschmaus-Jury gekommen. <\/p>\n<div id=\"attachment_11347\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/01\/20120110-142032.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11347\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.files.wordpress.com\/2012\/01\/20120110-142032.jpg?w=198\" alt=\"Buchhandlung Anna Jeller\" title=\"Buchhandlung Anna Jeller\" width=\"198\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-11347\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11347\" class=\"wp-caption-text\">Buchhandlung Anna Jeller<\/p><\/div>\n<p>So war ich jetzt wieder in der Liebiggasse, wo sentimentale Vergangenheitsgef\u00fchle aufkamen und ich mich auch recht intensiv mit Germain Weber, \u00fcber meine Studentenzeit unterhielt. Das Ohrenschmaus-Brainstorming war aber auch sehr interessant. Zwar waren au\u00dfer mir keine Juroren da, aber bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/07\/ohrenschmaus-jurysitzung\/\">letzten Jurysitzung<\/a> gab es ja wieder ein paar Probleme, bez\u00fcglich der Einreichungsbestimmungen und so habe ich das deponiert, da\u00df ich da klare Regeln haben m\u00f6chte und von Organisatoren wurden eine gr\u00f6\u00dfere Einbindung an den Literaturbetrieb gew\u00fcnscht. Zwar wird das etwas schwierig sein, zum Bachmannpreislesen, zu einem Verlag oder in die Literaturzeitschriften zu kommen, denn der Literaturbetrieb ist ja sehr sehr hierarchisiert und w\u00fcnscht sich keine Konkurrenz und ich kann mir schon vorstellen, da\u00df da wieder die Anf\u00fchrungszeichen oder das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">&#8220;Das sind ja keine richtigen Autoren!<\/a>&#8220;, kommen. Andererseits kann man es versuchen und, ich glaube, Otto Lambauer hat im ersten Jahr auch die Texte an das &#8220;Podium&#8221; geschickt und sich 2008 eine Nacht lang in ein Zelt bei <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/09\/20\/literaturmarathon\/\">&#8220;Rund um die Burg&#8221;<\/a> gesetzt und ich denke, es ist auch spannend was passiert, wenn die Autoren bei der GAV einreichen werden. Ich lege schon ein Veto f\u00fcr einen Preistr\u00e4ger ein, wenn er abgelehnt werden sollte, aber die Organisatoren haben eher an den PEN gedacht und von der GAV noch nicht viel geh\u00f6rt. Es kam aber die Anregung sich an Gerhard Ruis und die IG Autoren zu wenden und auch die Idee einen Sonderpreis f\u00fcr Menschen ohne Behinderung \u00fcber ihre Sicht auf das Leben mit Behinderung auszuschreiben. Was ich sehr spannend finde und auch das ist, was Christa Stippinger schon lange mit ihrem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/12\/dritter-messetag\/\">&#8220;Exil Preis &#8211; Schreiben zwischen den<\/a> Kulturen&#8221; macht und die Preistr\u00e4ger dort schaffen  sehr oft den Einstieg in den Literaturbetrieb,  bekommen ein Staatsstipendium wie <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/10\/so-wie-du-kann-jeder-aussehen\/\">Grzegorz Kielawsky<\/a> und <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/22\/zitronenkuchen-fur-die-sechsundfunfzigste-frau\/\">Seher Cakir<\/a> oder schreiben B\u00fccher, die sie in der Editon Exil herausgibt und eine Schreibwerkstatt, was auch gefordert wurde, hat sie auch. Dimitre Dinev ist so Erfolgsautor oder Julya Rabinowic, die inzwischen bei Deuticke verlegt und beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/08\/freitaglesung\/\">Bachmannpreis <\/a>gelesen hat.<br \/>\nAm Nachhauseweg habe ich gesehen, da\u00df Anna Jeller mit einer Groschenromankollektion im Schaufenstter und der passenden Unterschrift dazu, auch etwas beitr\u00e4gt zur aktuellen Literaturdebatte und <a href=\"http:\/\/emilywalton.wordpress.com\/alsergrund-blog\/\">Emily Walton<\/a>, die inzwichen Stadtschreiberin des neunten Bezirkes ist, berichtet jetzt \u00fcber den Alsergrund, f\u00fcr den f\u00fcnften tut das die <a href=\"http:\/\/zwillingsleiden.blogspot.com\/2011\/10\/sonntagsspaziergang-durch-die-neue.html\">Evi von Zwillingsleiden<\/a> und die hat jetzt einige Wiener Blogger verlinkt, so da\u00df etwas mitbekommen kann, vom Wiener Literaturgeschehen, es gibt allerdings noch <a href=\"http:\/\/www.zintzen.org\/\">in\/ad\/ae\/qu\/at,<\/a> Thomas Wollinger, Sara Wipauer, Anni B\u00fcrkl und andere Blogger, wo man \u00fcber das Wiener Literaturleben erfahren kann und ich mit dem Literaturgefl\u00fcster ja auch ein bi\u00dfchen die Stadtschreiberei betreibe, ist mein zweites Standbein ja die Literatur, die ich sehr intensiv, wenn auch ziemlich solo vor mich hinbetreibe und f\u00fcr die, die es interessiert mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/03\/szenen-fullen\/\">meinem Projekt<\/a> bin ich auch weiter gekommen. Habe jetzt auch in etwa den Handlungsrahmen und wei\u00df so ungef\u00e4hr wohin ich will und zwar wird Esthers Sohn eine uneheliche Tochter namens Ilona haben, die in Budapest Psychologie studiert und auch an den Demonstrationen gegen die Regierung teilnimmt und Marianne k\u00f6nnte im Salzburger Literaturhaus dem Sohn von Hannah Eisenstein begegnen, der ein Buch \u00fcber seine Mutter geschrieben hat. Jan k\u00f6nnte Marianne in Salzburg besuchen, weil Hanka Haugova gestorben ist, Theresa wird sich in eine Beziehung mit Albert Taher einlassen und am Ende bekommt noch Margit Mayerhofer ein Engagement und darf vielleicht an der Budapester Taschenoper vermittelt durch einen Freund Ilonas die Toska singen.<br \/>\nSo in etwa habe ich auch einen Szenenplan und nat\u00fcrlich noch viele Unklarheiten und es kann schon sei, da\u00df ich noch in einige Krisen schlittere, \u00fcber die ich berichten werde, bis ich dann in vier, sechs oder noch mehr Wochen mit dem Rokonzept wieder fertig bin, achtzig, hundert oder hundertzwanzig Rohseiten habe und das ganze wieder ein Mittelding zwischen einem Roman und einer Novelle wird. Etwas, das ich fr\u00fcher sehr bedauerte, jetzt denke ich, es wird an den Endlos-Romanschreibern ohnehin immer bem\u00e4ngelt, da\u00df sie herumschwafeln und nicht k\u00fcrzen und verdichten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche bin ich Dienstag und Mittwoch nach Wien gefahren, bekam ich ja schon vor einigen Wochen von Franz Josef Huainigg ein Mail, da\u00df ich mir den Mittwochvormittag f\u00fcr ein Ohrenschmaus-Brainstorming freihalten soll. 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