{"id":11136,"date":"2012-01-03T00:21:12","date_gmt":"2012-01-02T23:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=11136"},"modified":"2012-01-03T00:21:12","modified_gmt":"2012-01-02T23:21:12","slug":"szenen-fullen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=11136","title":{"rendered":"Szenen f\u00fcllen"},"content":{"rendered":"<p>Habe ich jetzt die vierzig Seiten,  von denen ich am Freitag <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/31\/qualereien\/\">schrieb<\/a>, weggeschmissen oder schreibe ich wieder flei\u00dfig und etwas besser motiviert weiter?<br \/>\nErraten, es ging vorw\u00e4rts, wenn auch nicht gleich. Denn aus den zwei Szenen, die ich nach den &#8220;Qu\u00e4lereien&#8221;, schreiben wollte, ist nichts geworden. Da habe ich mich an den Laptop gesetzt, ich schreibe jetzt nicht mehr mit der Hand und wieder nur gedacht &#8220;Das ist ja Mist, was ich da habe!&#8221; und war auch nicht imstande, weiterzuschreiben, weil soetwas von blockiert. So habe ich die paar Ideen, die ich hatte, in einem schlechten Deutsch den letzten zwei Szenen angef\u00fcgt, das hei\u00dft, die Theresa erf\u00e4hrt von Margit Mayerhofer, da\u00df die Esther ihre Gro\u00dfmutter ist und die Marianne und der Jan, wollen von der Moldau in ein Wirtshaus gehen und treffen am Wenzelplatz Menschen mit Kerzen und mit Blumen, die ihnen sagen, da\u00df Vaclav Havel gestorben ist. Dann habe ich meine Blockierung, mein nicht Schreiben wollen oder k\u00f6nnen, selbst bemerkt und gedacht, da stimmt doch etwas nicht, du kannst doch schreiben und schaffst es locker in einer Stunde einen tausend Wort Artikel \u00fcber den Schreibproze\u00df zusammenzubringen und Buchbesprechungen hast du im letzten Jahr auch <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">hundertvierzehn<\/a> geschafft, die sogar gelobt wurden. Das soll mir die zwanzigj\u00e4hrige Autorin, die die sogenannten Indie- Autoren unter Anf\u00fchrungszeichen setzt, erst einmal nachmachen. Dann bin ich schlafen gegangen, beziehungsweise habe ich dem Stephan Eibl auf sein Neujahrsgedicht gemailt &#8220;Es wird nichts mit meinem Romanprojekt, ich gebe das Schreiben daran auf!&#8221; und mich noch einmal gewundert, weil das ja schon lange her ist, da\u00df ich sowas <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/21\/miserfolge\/\">machte<\/a>, die letzten zehn Jahre habe ich ja an die f\u00fcnfundzwanzig B\u00fccher, wie am Flie\u00dfband geschrieben und, da\u00df man da ein bi\u00dfchen ausgeschrieben ist, ist klar, vor allem wenn ich bei den R\u00fcckmeldungen nur immer &#8220;Das geht nicht und du kannst es nicht, etc!&#8221;, h\u00f6re. Am Samstag bin ich dann mit dem Rad nach St. P\u00f6lten gefahren, habe mit dem Alfred Kaffee getrunken und bin am Nachmittag mit ihm auf die Rudolfsh\u00f6he hinaufgewandert und am Abend, das habe ich ja schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/01\/jahresbeginn\/\">geschrieben<\/a>,  mich zuerst vor meinen Text gesetzt, habe wieder nur gedacht &#8220;Hui, ist das schlecht!, dann wollte ich zuerst in der Badewanne das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\">Bachmann-Buch<\/a> auslesen und dann bis halb zw\u00f6lf, die erste Szene nochmals korrigiert und sie mit ein bi\u00dfchen Fleisch gef\u00fcllt. Dann sind schon die Ideen gekommen, was ich vielleicht noch verbessern k\u00f6nnte, damit die Handlung weitergeht oder erst zu einer wird.<br \/>\nSonntag fr\u00fch habe ich dann schon einen etwas positiver gestimmten Neujahrsbericht geschrieben und bin am Nachmittag \u00fcber einige sehr interessante Schreibvidos gesto\u00dfen.<br \/>\nToll, was es da im Internet so alles gibt! Wenn ich daran denke, da\u00df ich vor drei\u00dfig Jahren ehrfurchtsvoll vor den f\u00fcnfzehn goldenen Regeln des Schreibens gesessen bin und mir immer wieder die Briefe der Schule des Schreibens, dieser Hamburger Fernakademie, das einzige, was es damals gegeben hat, zuschicken haben lassen, die damals die einzigen waren, die sagten &#8220;Du darfst schreiben und wenn man das will, hat man schon Talent!&#8221;, aber nat\u00fcrlich viel Geld daf\u00fcr verlangten. Jetzt haben die im September eine Konferenz in Berlin abgehalten, James N. Frey, das ist der &#8220;Mit dem verdammt guten Roman&#8221;, dem einzigen Schreiblehrbuch, das ich mir einmal kaufte und fast auswendig gelesen habe, ohne wirklich etwas damit anzufangen, dazu eingeflogen und zwei tolle Videos dar\u00fcber in das Netz gestellt. Eines ist eine Stunde lang und zeigt eine Diskussion \u00fcber das Thema &#8220;Zwischen Muse und Markt&#8221;, wo drei h\u00f6chstwahrscheinliche Gebrauchsautorin und die Verlegerin Sandra Uschtrin vor einer Schars &#8220;M\u00f6chtegerns&#8221; ein bi\u00dfchen aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen der Verlagswelt plauderten und das war sehr interessant und das kann ich jenen nur empfehlen. Wurde da ja \u00fcber Pseudonyme diskutiert und ich habe mich ohnehin schon gewundert, warum vielschreibende Autoren, wie etwa Julia Kr\u00f6hn, soviele Pseudonyme haben? Ich w\u00fcrde das nicht wollen, weil mir das nicht als authentisch erscheint. Aber wenn sich ein Name nicht tr\u00e4gt, schlagen das die Verlage vor, wurde erkl\u00e4rt und, da\u00df angeblich sehr viele Autoren sehr viele Pseudonyme haben. Die, die ich kenne und beispielsweise in der Alten Schmiede lesen oder auf der deutschen Buchpreisliste stehen, haben das nicht, aber offenbar ist der Literaturbetrieb wirklich total hierarchisiert. Oben sind die die sogenannten E-Autoren, also die Buchpreislistentr\u00e4ger oder die, die beim Bachmannpreis lesen und ihre B\u00fccher bei Suhrkamp Fischer oder Rohwohlt haben, aber dann gibt es noch die vielen vielen Fantasy, Krimi, Chick Lit etc Schreiber, das sind wahrscheinlich auch die, mit den Pseudonymen, dann gibt es noch die Indies- mit den E-Books und ganz unten in der Rangreihe mich mit meinem Blog mit neunhundertdrei\u00dfig Artikel in dreieinhalb Jahren, f\u00fcnfundzwanzig selbgemachten B\u00fcchern etc.<br \/>\nDas war sehr toll, weil ich im Netz dann noch weitere Videos fand, darunter eine ZDF Diskussion in sechs Teilen &#8220;Wie schreibt man einen Roman?&#8221; mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/12\/die-mittagsfrau\/\">Julia Franck<\/a>, Moritz Rinke, Hanns-Josef Ortheil und John von D\u00fcffel, also die die ganz oben in der Rangreihe stehen, aber von den B\u00fccherbloggern vielleicht nicht unbedingt gelesen werden und das, was die erz\u00e4hlten, erschien mir zum Teil sehr bekannt und schon selbst erlebt. Was mich wieder ein bi\u00dfchen ermutigte, vielleicht doch nicht so eine &#8220;Autorin&#8221; zu sein. Ich lasse die Anf\u00fchrungszeichen jedenfalls weg.<br \/>\nJa, die Gebrauchsautoren, bei der Schule des Schreibens-Diskussion, die schon mal historische Romane unter einem Frauennamen einreichten, sagten, da\u00df man sich seine Stecknadel im Heuhaufen suchen soll und gegen den Strich der Genres b\u00fcrsten soll und so weit bin ich inzwischen auch gekommen, bei meiner eigenen Diskussion der letzten Wochen. Soll ich jetzt einen Roman \u00fcber drei Frauen schreiben, wenn es doch schon soviele \u00fcber dieses Thema gibt und mir dann dachte, versuch so gut zu schreiben, wie du kannst, deine Fallen aufzul\u00f6sen, um vielleicht zu dem Eigenen zu kommen, das, was wirklich nur ich kann, statt dem f\u00fcnfhundertf\u00fcnften Holocaustroman, den ich ja nicht selbst erlebte. Und das war auch, das was die Schreibprofis riefen, &#8220;Schreiben, schreiben, schreiben und dann noch dreimal lesen und so oft leiden!&#8221;<br \/>\nNicht aufgeben, dann wirds vielleicht noch was und wenn es hundertmal abgelehnt wird, reich es noch ein hunderterstes Mal ein! Da denke ich inzwischen zwar auch und wenn ich das getan habe, bekomme ich einen Herzinfarkt und in meinem Mailkasten, steht wieder &#8220;Nein!&#8221;<br \/>\nAber was soll es, wenn es mir wichtig ist und das Literaturgefl\u00fcster ist auch eine Ver\u00f6ffentlichungsm\u00f6glichkeit, auch wenn es au\u00dfer mir niemand liest. Denn das, was die bei dieser Diskussion vergessen haben, ist, da\u00df die Leser immer weniger lesen, auch, weil sie ja vermehrt selber schreiben wollen.<br \/>\nDa bin ich mit meinen hundertvierzehn 2011 B\u00fccher auch eine Ausnahme, aber mir wurde ja auch schon gesagt, da\u00df ich die &#8220;Buchimie&#8221; betreibe, ja und in der Buchpreisklassediskussion wurde von den anerkannten Schreibeprofis dasselbe gesagt. &#8220;Talent, Ausdauer und eine verkorkste Kindheit!&#8221; und einiges, was die Buchpreistr\u00e4ger dort erz\u00e4hlten, habe ich auch schon erlebt, obwohl ich ja am untersten Ende der Rangreihe stehe.<br \/>\nEs war also ein interessantes Schreiblernseminar und eines das mich wirklich weiterbrachte. Dann bin ich noch in die Badewanne gestiegen und habe das Bachmann-Buch, das auch sehr interessant war, ausgelesen. Vorher aber schon noch einmal zwanzig Seiten korrigiert und war mit meiner Rohseitenmaterialsammlung wieder ausges\u00f6hnt. Denn da steckt viel drin. Die Profis setzen die Romanschreibzeit \u00fcbrigens mit zweieinhalb Jahren an. Da bin ich weit darunter, aber ich habe ja keinen Lektor, der mich an der Stange h\u00e4lt und mein Schreibcoaching versuche ich mir selbst zu geben. Aber die Ideen kamen wieder, auch wenn ich dazu tendiere, der Rosa keine eigene Stimme zu geben und eher in der Gegenwart, also bei der Theresa und der Marianne zu bleiben und wenn ich da vielleicht ein bi\u00dfchen abgehobene Handlung hineinbringen kann, habe ich vielleicht gewonnen. Ich habe also noch immer kein fertiges Romankonzept und wei\u00df noch immer nicht so genau, wo ich hin will. Der Titel &#8220;Wiedergeborene&#8221;  k\u00f6nnte aber passen.<br \/>\nUnd am Montag habe ich dann auf das Radfahren und das Baden verzichtet und  fertig korrigiert und da mu\u00dfte ich die letzten Szenen, die, bei denen ich vorige Woche stockte, geh\u00f6rig auff\u00fcllen, aber das war kein Problem. Da wu\u00dfte ich jetzt weiter, habe ein bi\u00dfchen Mariannes Eifersucht erkl\u00e4rt, eine Sonja Pilankova und eine Hanka Haugova erfunden und nachgerechnet, da\u00df die Esther eigentlich schon in der W\u00e4hringerstra\u00dfe schwanger gewesen sein mu\u00df, also habe ich noch ein Geheimnis. Und auf eine Falle mu\u00df ich vielleicht auch aufpassen, wenn ich weiterkommen will. Die man vielleicht &#8220;Die Angst vor dem Schreiben!&#8221; nennen k\u00f6nnte. Denn da sitze ich vor meiner Materialsammlung, die sich langsam f\u00fcllt, denn die Ideen kommen wieder und merke bei den Szenen, das mu\u00df ich noch ausf\u00fchren, daran sollte ich noch arbeiten und dann bekomme ich Angst und gehe vielleich auf meine Statistikseite.<br \/>\nAlso Hemmungen \u00fcberwinden, daran bleiben, da haben ja auch die Profiautoren ein bi\u00dfchen erz\u00e4hlt, wie sie moglen, um sich an der Stange zu halten. Ich m\u00fc\u00dfte mir irgendwo aufschreiben &#8220;In sechs Wochen schreibt man keinen Roman, liebe Eva!&#8221; und tue das ja auch im Literaturgefl\u00fcster. Und als ich damit durch war, wars zu finster, um doch noch Rad zu fahren und ich habe zwei neue Szenen angef\u00fcgt, so da\u00df ich jetzt bei achtundvierzig Seiten und 24.367 W\u00f6rtern halte. Die Szenen sind, da\u00df der Jan und die Marianne am Wenzelsplatz Sonja Pilankova und Pavel Smetana treffen und dann die Nacht mit ihnen saufen und, da\u00df die Margit Mayerhofer David und Sara zu Theresa bringt, damit sie singen kann und die w\u00fchlen sich durch die Esther Fotos.<br \/>\nWeiter wei\u00df ich nicht und wei\u00df noch immer nicht so wirklich, wie es lang geht, f\u00fchle mich aber nicht mehr blockiert. Denn ich kann schreiben, vielleicht ein bi\u00dfchen anders und ein bi\u00dfchen eigenwillig, aber ich habe es schon viel getan und wenn ich jetzt noch ein bi\u00dfchen \u00fcber meine Fallen kommen, bin ich wieder ein St\u00fcck weitergekommen und wenn meine Schreibberichte ein bi\u00dfchen weiterhelfen, soll mich das freuen, mir bringen sie, glaube ich, sehr viel. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Habe ich jetzt die vierzig Seiten, von denen ich am Freitag schrieb, weggeschmissen oder schreibe ich wieder flei\u00dfig und etwas besser motiviert weiter? Erraten, es ging vorw\u00e4rts, wenn auch nicht gleich. 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