{"id":10989,"date":"2011-12-30T00:22:41","date_gmt":"2011-12-29T23:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=10989"},"modified":"2011-12-30T00:22:41","modified_gmt":"2011-12-29T23:22:41","slug":"the-weeping-woman-of-the-streets-of-prague","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=10989","title":{"rendered":"The Weeping Woman on the Streets of Prague"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;The weeping woman on the streets of prague&#8221;, ist ein internationales Buch, geschrieben von der 1954 in Chateauroux geborenen, Sylvie Germain, die an der Sorbonne Philosophie studierte und von 1986 bis 1993 in Prag Franz\u00f6sisch unterrichte, wo sie, wie bei Wikipedia steht, die politische Dissidentenszene miterlebte, heute lebt sie als freie Autorin in Paris und Pau.<br \/>\nGefunden habe ichs vor ein paar Tage im Wortschatz-Margareten und h\u00e4tte es wahrscheinlch liegen lassen, wenn ich nicht gerade <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/17\/work-in-progess\/\">Informationen \u00fcber Prag br\u00e4uchte<\/a>. Ich habe die englische Version erwischt, aus dem Franz\u00f6sischen \u00fcbersetzt von Judith Landry. Da ich noch nie etwas von Sylvie Germain geh\u00f6rt habe, habe ich nachgegooglet und herausgefunden, da\u00df &#8220;Die weinende Frau in den Stra\u00dfen von Prag&#8221;, 1994 bei Aufbau erschienen ist und in den wenigen Rezensionen, die zu finden sind, kommt sie  nicht gut weg.<br \/>\n&#8220;Ein Wispern und Raunen, ein S\u00e4useln und Staunen, aber es ist nicht das Christkind.  Sondern eine hinkende Riesin, was allerdings keinen Unterschied macht, denn  auch sie ist nicht real, nur ein Wunschkind der Phantasie. &#8211; Mit ihrem geschwollenen Sirenengesang lockt Sylvie Germain die Leser auf eine Geisterreise nach Prag, wo Golems fu\u00dfkranke Schwester im Dr\u00fcben fischt. &#8211; Aber auch solche Mysterien haben ein Instant-Verfallsdatum. Hier ist es um etwa hundert Jahre \u00fcberschritten&#8221;, schreibt etwa das Focus-Magazin.<br \/>\nIch habe das Buch ganz poetisch gefunden, obwohl es nat\u00fcrlich Schwierigkeiten mit der Sprache gibt und es wahrscheinlich ein Wagnis ist, ein franz\u00f6sisch geschriebenes Buch auf Englisch zu lesen. Die zweite Rezension die ich gefunden habe, hat aber auch von einer &#8220;miserablen deutschen \u00dcbersetzung&#8221;, gesprochen.<br \/>\nEs beginnt mit einem Prolog, hat einen Epilog und zw\u00f6lf Begegnungen, wobei jedem Kapitel Zitate von tschechischen Dichtern vorangestellt sind.<br \/>\nOb sich die poetische Prosa wirklich zwischen &#8220;Kafka und Rilke&#8221; bewegt, wie ich in der anderen Rezension gefunden habe, kann ich nicht beurteilen, es hat sich aber auch auf Englisch gut gelesen, die metaphernreiche Geschichte von der weinenden Riesin, die in das Buch ein und aussteigt und sich durch Prag bewegt, die Ich-Erz\u00e4hlerin ist ihr immer dicht auf der Spur.<br \/>\nSie hat kein Aussehen, keinen  Namen und keine Geschichte, so gibt es auch keine Handlung, es werden aber die Jahreszeiten bem\u00fcht, der Nebel und der Flieder, wenn ich es richtig \u00fcbersetzt habe und dann ist man auf einmal in einem Haus, wo ein Schriftsteller wohnte und die Seiten des Papiers, das er beschrieb, liegen auf dem Boden, interessant, da\u00df es sich dabei um <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/04\/die-zimtladen\/\">Bruno Schulz<\/a> handelt, der ja in Drohobycz, Polen lebte und ich so schnell nicht herausfinden konnte, ob und wie lang er auch Prag war?<br \/>\nSylvie Germain deutet nur an, beschreibt oder &#8220;s\u00e4uselt&#8221;, wie der Focus meint und ist dann schnell wieder weg und bei der n\u00e4chsten Begegnung und da geht es, um einen Jungen namens Franta Bass, der in Theresienstadt ermordet wurde, in einer anderen Begegnung geht es nach Vysehrad, dem Schlo\u00df, wo einst die Prinzessin Libussa lebte, um den heiligen Nepomuk geht es, um ein Buch Kafkas und nat\u00fcrlich um die Liebe und den Tod.<br \/>\nAm Schlu\u00df verschwindet die Riesin wieder und es wird noch einmal die Geschichte Prags beziehungsweise, die des gesamten Lebens zusammengefasst, von den Schl\u00f6\u00dfern  Hradcany und Vyserad bis zu den Ghettos und Theresienstadt.<br \/>\nIst das Leben ja grausam und allgewaltig, bringt zum Weinen und die hinkende Riesin, das Ged\u00e4chtnis der Stadt, kann uns  davon erz\u00e4hlen.<br \/>\nIch fand es sch\u00f6n in sovielen Metaphern \u00fcber eine Stadt zu lesen, bei der man an Kafka und an Golem denkt. Ich h\u00e4tte mir ja  etwas Politisches erwartet,  will ich ja \u00fcber einen Dissidenten schreiben, der 1968 nach Wien gefl\u00fcchtet ist und nach der samtenen Revolution nach Prag zur\u00fcckkehrte, habe diesen Auflug aber, auch wenn er durch die Sprachenvielfalt vielleicht genauso hinkt, wie es der weinenden Riesin zugeschrieben wird, sehr poetisch gefunden.<br \/>\nDas Buch ist auch noch in der Reihe &#8220;Schwarzes Prag &#8211; Prague Noir&#8221; erschienen und  ist, entnehme ich der Biografie, der Beginn einer Prag-Trilogie.<br \/>\nUnd ich habe mir inzwischen ein paar Videos \u00fcber Prag angesehen und dar\u00fcber nachgedacht, was ich von der Stadt gesehen habe, als ich 1988, war es, glaube ich, ein paar Tage zwischen Weihnachten und Sylvester mit Alfred und Anna dort gewesen bin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;The weeping woman on the streets of prague&#8221;, ist ein internationales Buch, geschrieben von der 1954 in Chateauroux geborenen, Sylvie Germain, die an der Sorbonne Philosophie studierte und von 1986 bis 1993 in Prag Franz\u00f6sisch unterrichte, wo sie, wie bei &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=10989\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-10989","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10989","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10989"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10989\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10989"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10989"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10989"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}