{"id":10769,"date":"2011-12-20T00:32:18","date_gmt":"2011-12-19T23:32:18","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=10769"},"modified":"2011-12-20T00:32:18","modified_gmt":"2011-12-19T23:32:18","slug":"auch-engel-lachen-gerne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=10769","title":{"rendered":"Auch Engel lachen gerne"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt das Weihnachtsbuch, das ich irgendwann im Sommer, noch sch\u00f6n verpackt im Schutzumschlag, nur wenn man genauer hinsah, merkte man, da\u00df es nicht mehr originalverpackt war, sondern vom Vorleser aufgeschnitten und als Buchh\u00fclle ben\u00fctzt wurde, im B\u00fccherschrank gefunden habe, Peter Meissners &#8220;Auch Engel lachen gerne&#8221;, auf dem ersten Blick habe ich das  mit der Petra Me\u00dfner, der Assistentin in der Alten Schmiede verwechselt,  aber Peter Meissner ist ein in Nieder\u00f6sterreich geborener Autor, Liedermacher und Radiojournalist, der in der Produktinformation, dem Leser zum Erwerb der vierundsechzig heiteren Weihnachtsgeschichten zum Vor und Selberlesen herzlich gratuliert. Denn &#8220;Es versetzt Sie in die Lage, bei privaten, gesch\u00e4ftlichen und sogar \u00f6ffentlichen Weihnachtsfeiern als umjubelter Vortragsk\u00fcnstler aufzutreten.&#8221;<br \/>\nDann gibts noch ein paar Tips, da\u00df man sich nicht mit dem R\u00fccken vor das Buffet aufstellen soll, nicht alles lesen, vielleicht schon vorher ein paar H\u00e4ppchen reichen, damit die M\u00e4gen nicht knurren, dem Chef nicht die Show steheln, etc.<br \/>\nDie Geschichten sind auch in Kategorien gegliedert, wie besonderer Text f\u00fcr &#8220;geplagte Eltern, viel besch\u00e4ftigte Engel, sp\u00e4te Punschstandelbesucher, unzufriedene \u00dcbergewichtige etc. Die Lesungsdauer, so zwischen ein bis drei Minuten ist auch dabei vermerkt.<br \/>\nDann geht es los mit einer Geschichte, die ich schon einmal bei der Weihnachtsfeier der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft und bei einer Poet Night geh\u00f6rt habe, da war ich noch so naiv zu glauben, der Text w\u00e4re von den Autoren, aber &#8220;Weihnachtsbeleuchtung&#8221; ist offenbar eine beliebte Weihnachtsfeiergeschichte und beginnt damit, da\u00df einer in seinem Garten ein paar elektrische Kerzen auf die Fichte tut, die Nachbarn machen mit und fangen an sich zu \u00fcbertrumpfen, am Schlu\u00df gibts einen Kurzschlu\u00df, der erst am siebenundzwanzigsten Dezember behoben werden konnte und es war das sch\u00f6nste Weihnachtsfest seit langem.<br \/>\nHeitere, satirische Geschichten zu allen Weihnachtslebenslagen, ein paar Gedichte sind auch dabei und nicht alle passen unbedingt zu Weihnachten, wie die Geschichte mit den &#8220;Verst\u00e4ndigungsproblemen&#8221;, wo dann ein Gericht Pidguin Deutsch mit dem Angeklagten redet, weil der zuf\u00e4lligerweise sein H\u00f6rger\u00e4t vergessen hat. Ein paar sind typisch f\u00fcr Nieder\u00f6sterreich gestaltet, zum Beispiel, die von &#8220;N\u00f6christ&#8221;, vielleicht wurde sie f\u00fcr eine Weihnachtsfeier beim Landeshauptmann Pr\u00f6ll geschrieben. Buchhandlungen kommen auch ein paar Mal vor und dann wird statt des Buches, ein Briefbeschwerer gekauft oder &#8220;Die sieben Weltwunder&#8221; werden solange herumgeschenkt, bis sie dann als Untersetzer f\u00fcr den Christbaum enden. Die Frauen mit dem \u00dcbergewicht, die angesichts der vielen Vanillekipferln Di\u00e4t halten wollen, werden auch ein bisserl verarscht. Meine Lieblingsgeschichte ist wahrscheinlich, die der &#8220;Feiertagsidylle&#8221;, wo Mutter zuerst in Wei\u00dfglut ger\u00e4t, weil die Kinder den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen und eine DVD nach der anderen hineinhauen, nichts h\u00f6ren und nicht reagieren und Papa vor dem Computer sitzt, die Freundin wei\u00df dann Rat, wie man die Familie in die K\u00fcche bringt und so setzt sich Mama mit einem Donna Leon Krimi und anderen Weihnachtsb\u00fcchern auf das Sofa und l\u00e4\u00dft den Papa Pizza auftauen.<br \/>\n&#8220;Heiliger Abend beim Heurigen&#8221; ist auch ganz lustig und Bauernregeln gibts nat\u00fcrlich auch &#8220;Schneits am drei\u00dfigsten November ists am n\u00e4chsten Tag Dezember&#8221; oder &#8220;Bleibt im Schnee der Krampus stecken, soll man schaufeln an der Eckn&#8221;.<br \/>\nDer &#8220;Parkplatzw\u00e4chter&#8221; bekommt zu Weihnachten von allen Leuten der Firma eine Flasche Wein geschenkt, obwohl er Antialkoholiker ist. Am Ende hat er drei\u00dfig Flaschen in seinem H\u00e4uschen stehen und die Mitarbeiter munkeln \u00fcber ihn, da\u00df der ein S\u00e4ufer ist. So kanns kommen beim sch\u00f6nsten Fest des Jahres, wo alle in Stress und Hektik sind und glauben etwas machen zu m\u00fcssen, was sie nicht wirklich wollen.<br \/>\nDie Geschichte, wo sich das kleine Kind unterm Sofa versteckt um endlich das Christkind zu sehen, passt da vielleicht gar nicht in soviel Satire und beim &#8220;Lehrgang f\u00fcr Nikol\u00e4use&#8221; meldet sich ein echter an und der fliegt nat\u00fcrlich aus dem Lehrgang hinaus, weil er so altmodisch ist, mit dem Krampus aufzutauchen und die Kinder Gedichte aufsagen zu lassen. Beim &#8220;Malenden Onkel&#8221; wird es fast genauso b\u00f6se, wie bei der &#8220;Strickliesl&#8221;, der erste verschenkt seine Bilder auch nicht nur zu Weihnachten und die Liesl strickt f\u00fcr alle Socken und am Ende ihres Lebens, steckt sie ihr Verm\u00f6gen in einen h\u00e4\u00dflich blau-wei\u00dfen Strumpf, den die Familie nat\u00fcrlich gleich in den Altkleidercontainer wirft, ohne vorher das Testament zu lesen.<br \/>\nDazu gibts Illustrationen, die nicht n\u00e4her ausgewiesen werden und ein sch\u00f6nes Umschlagbild mit einem strahlenden Engerl im wei\u00dfen Federkleidchen. Ja, richtig, wo kommt jetzt der Titel her? Peter Meissner hat auch eine homepage, wo man auf seinen Auftrittskalender kommt, das hei\u00dft man kann ihn buchen und wenn man da nachschaut, sieht man, da\u00df er schon viele B\u00fccher geschrieben und viele Platten aufgenommen hat. Es gibt auch einen Fortsetzungsband &#8220;Auch Engel lachen gerne weiter&#8221;, wenn man schon alle Geschichten durchhat.<br \/>\nIch bin ja selten auf Weihnachtsfeiern, wo Weihnachtsgeschichten aus B\u00fcchern vorgetragen werden, die nicht die eigenen sind, h\u00f6chstens zu <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/06\/weihnachtsbowle-mit-susanne-ayoub\/\">Adventlesungen<\/a>, war aber fr\u00fcher mit meinen Texten beim Club der logischen Denker eigeladen, da gab es vorher eine Rede vom Herrn Lembacher, der immer von einem Clubmitglied erz\u00e4hlte, da\u00df Tr\u00e4nen in den Augen hatte, weil es nicht mehr zur Wehnachtsfeier kommen konnte. Das hat mich das erste Mal sehr beeindruckt, als er das n\u00e4chste Jahr zur gleichen Rede den Namen austauschte, empfand ich das eher als negativ und habe das auch in meinem &#8220;Adventkalender&#8221; so \u00fcbernommen, der eine Weihnachtsrettungsgeschichte nach amerikanischer Manier ist, der urspr\u00fcnglich aus vierundzwanzig Texten f\u00fcr jeden Tag einen entstanden ist, enthalten im &#8220;Best of-  Eva Jancak-Geschichtenbuch&#8221;, da habe ich noch ein paar, k\u00f6nnte es also auch f\u00fcr eine Weihnachtslesung anbieten, bzw. glaube ich, habe ich das damals bei dieser Schreibwerkstattweihnachtsfeier gelesen und darin gibt es auch ein Gedicht, das in der Schreibwerkstatt entstanden ist, da\u00df ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/12\/25\/weihnachten\/\">2009 ins Literaturgefl\u00fcster<\/a> gestellt habe.<br \/>\nUnd hier noch ein <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/07\/holidays-on-ice\/\">Weihnachtsbuch<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt das Weihnachtsbuch, das ich irgendwann im Sommer, noch sch\u00f6n verpackt im Schutzumschlag, nur wenn man genauer hinsah, merkte man, da\u00df es nicht mehr originalverpackt war, sondern vom Vorleser aufgeschnitten und als Buchh\u00fclle ben\u00fctzt wurde, im B\u00fccherschrank gefunden habe, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=10769\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-10769","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10769","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10769"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10769\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10769"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10769"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10769"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}