{"id":10574,"date":"2011-12-10T00:58:40","date_gmt":"2011-12-09T23:58:40","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=10574"},"modified":"2011-12-10T00:58:40","modified_gmt":"2011-12-09T23:58:40","slug":"ein-morderisches-wochenende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=10574","title":{"rendered":"Ein m\u00f6rderisches Wochenende"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl ich ja nicht wirklich Krimis schreiben will, weil ich keinen Mord erfinden, planen und ausf\u00fchren lassen will, hat mich das kleine lila bei BoD erschiene Heftchen &#8220;Ein m\u00f6rderisches Wochenende&#8221; von der 1967 in Berlin geborenen Petra Steinke, die Schauspiel, Germanistik, Linguistik und Psychologie studierte und Dozentin an der Volks- und Fachhochschule ist oder war, interessiert, als ich es vor ca einem halben Jahr im offenen B\u00fccherschrank gefunden habe und zum Lesen aufbewahrte, bis ich mit dem Korrigieren <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/08\/schreibgedanken-2\/\">&#8220;Der Frau auf der Bank&#8221;<\/a> fertig bin, denn das ist schon so eine Tradition, da\u00df ich mich bevor ich etwas Neues beginne in eine Art &#8220;Schreibklausur&#8221; begeben. So habe ich <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/06\/wie-man-den-bachmannpreis-gewinnt\/\">Angela Leinens &#8220;Wie man den Bachmannpreis gewinnt&#8221;<\/a> das vorletzte Mal gelesen und die Skripten von Louise Doughty &#8220;Ein Roman in einem Jahr&#8221; habe ich mir f\u00fcr diesen Zweck auch schon mal hervorgeholt und nat\u00fc\u0155lich den Klassiker James N. Frey &#8220;Wie man einen verdammt guten Roman schreibt&#8221;, den ich fast auswendig kann. Ein bi\u00dfchen Theorie und Praxis kann nicht schaden, habe ich mir gedacht, als ich mit dem dreiundsechzig Seiten B\u00fcchlein in die Badewanne gestiegen bin und es war auch ein sehr lehrreiches Vergn\u00fcgen, denn die dreiundsechzig Seiten enthalten sehr viel gestraffte Information.<br \/>\n&#8220;Arbeitsbericht \u00fcber ein Wochenendseminar zum Schreiben von Kriminalromanen&#8221;, lautet auch der Untertitel und das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Die ersten  neunundzwanzig Seiten befassen sich mit der Theorie, hier wird erkl\u00e4rt, was ein Detektivroman und ein Thriller ist und da\u00df es Zwischenformen gibt.<br \/>\nInteressant der Hinweis von Raymond Chandler, da\u00df man einen Kriminalroman von hinten nach vorne konzipieren mu\u00df, um den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Also nichts mit einfach Losassoziieren, wie ich es ganz gerne tue. Petra Steinke scheint \u00fcberhaupt eine Anh\u00e4ngerin der Struktur und des Szene f\u00fcr Szene planens zu sein und gibt auch genaue Anweisungen f\u00fcr den Spannungsbogen, auf welcher Seite Spannung vorkommen soll und wie sich das Ganze steigern mu\u00df und empfiehlt f\u00fcr den Anfang drei Spannungsschleifen f\u00fcr einen Roman von hundertf\u00fcnfzig Seite, da man ja auch die Verlage nicht \u00fcberfordern soll.<br \/>\nZuerst erz\u00e4hlt sie aber ein bi\u00dfchen was \u00fcber den Detektivroman und f\u00fchrt hier Beispiele vor allem von Agatha Christie an, wieder interessant, da\u00df es hier unbedingt einen Mord geben soll und sie f\u00fchrt auch beliebte Orte von Agatha Christie an, die Insel, das Hotel, das Flugzeug, der Zug etc.<br \/>\nDann gibt einen Detektiven und ein Opfer und nat\u00fcrlich auch einen T\u00e4ter ganz klar.<br \/>\nWer jetzt vor soviel Theorie ein bi\u00dfchen Bammel bekommt, sei auf den zweiten Teil verwiesen, bzw.auf den sehr spannenden Eingangstext, wo eine Lehrerin mit ihren Skripten auf dem Fahrrad zur Schule f\u00e4hrt und dar\u00fcber st\u00f6hnt, da\u00df sie zu sp\u00e4t kommen wird, denn im zweiten Teil wird es sofort praktisch und zwar haben die Teilnehmer des Wochenendseminars in diesem offenbar einen Roman konzipiert. Der braucht nat\u00fcrlich eine Hauptperson und die mu\u00df man kennen, wissen, wie sie hei\u00dft, wo sie wohnt, was sie gerne i\u00dft, etc, wie man auch den Ort kennen soll, an dem die Handlung spielt, bzw. die ausw\u00e4hlen, die einen vertraut sind.<br \/>\nDie Teilnehmer haben sich f\u00fcr einen Schulroman entschieden und dann die Handlung aufkonzipiert. Es wird in der Schule ein Lehrer ermordet, ein Sch\u00fcler wird verd\u00e4chtigt, die Lehrerin glaubt das nicht und bricht in die Wohnung des Toten ein, um wichtige Indizien zufinden. Das wird &#8220;Kampfszene&#8221; genannt und es wird auch ein Beispiel gegeben. K\u00f6stlich die Lehrerin wird von einem kleinen Hund, der sich dort befindet, angegriffen, den sie dann in eine Schublade steckt.<br \/>\nOb die Szene von allen oder von jedem eine extra geschrieben wurde, ist nicht ganz klar. Das Programm klingt aber sehr dicht und wenn man das konkrete Schreiben \u00fcben will, ist der Besuch eines solches Seminars sicher zu empfehlen und es ist auch bestimmt interessant, sich f\u00fcr einen Krimi eine m\u00f6gliche Handlung mit Protagonisten, Opfer, Spannungsbogen etc auszudenken und dann Szene f\u00fcr Szene aufzuschreiben.<br \/>\nIn dreiundsechzig Seiten bleibt das nur angedeutet, es gibt aber auch Hinweise, wie das Manuskript aussehen soll, da\u00df man dann an die Verlage schickt und den Rat nicht ungeduldig zu werden, wenn es nicht gleich klappt, denn die Lektoren werden ja von Manuskripten \u00fcberh\u00e4uft und vor allem auch viele Hinweise auf Kriminalromane, in die man sich vorher einlesen kann oder soll.<br \/>\nErmutigend der Hinweis im Einleitungskapitel &#8220;Lesen, verstehen, selbst schreiben!&#8221;<br \/>\nDas Buch hat auch viel Aufforderungscharakater das zu tun, schade, da\u00df ich nicht so gerne Krimis schreibe, <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">&#8220;Tauben <\/a>f\u00fcttern&#8221; und &#8220;Tod eines Jurymitglieds&#8221;, waren ja nicht wirklich solche, aber vielleicht l\u00e4\u00dft sich f\u00fcr mein n\u00e4chsten Romanprojekt trotzdem etwas mitnehmen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl ich ja nicht wirklich Krimis schreiben will, weil ich keinen Mord erfinden, planen und ausf\u00fchren lassen will, hat mich das kleine lila bei BoD erschiene Heftchen &#8220;Ein m\u00f6rderisches Wochenende&#8221; von der 1967 in Berlin geborenen Petra Steinke, die Schauspiel, &hellip; <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/?p=10574\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41],"tags":[],"class_list":["post-10574","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10574"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10574\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/literaturgefluester.akis.site\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}